Details


"Schöpfungswissenschaft" an evangelikalen Bekenntnisschulen

Eine religionspädagogische Analyse

von: Matthias Roser

27,00 €

Verlag: Bautz, Traugott
Format: PDF
Veröffentl.: 06.07.2018
ISBN/EAN: 9783959489201
Sprache: deutsch

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Beschreibungen

aus dem Klappentext:
Gegenwärtige deutschsprachige „Schöpfungsforschung" und Schöpfungswissenschaft", deren Entstehung und Genese auf Mitte der 1970er Jahre datiert werden kann, erfuhr in ihrer Geschichte nur punktuell US-amerikanische, „kreationistische" Einflüsse. Sie ist als eigenstän­diger, deutschsprachiger Modus der Begründung und Apologetik kreationistischer Wissensbe­stände und kreationistischer Welt-und Daseinsorientierungen beschreibbar.

Religionspädagogisch interessant und virulent wird das „schöpfungswissenschaftliche" Para­digma in seiner Funktionalisierung als „schöpfungswissenschaftlicher" Didaktizismus.
Letztgenannter Didaktizismus kann gegenwärtig als normativer pädagogischer und didakti­scher Baustein von Schule und Unterricht an evangelikalen Bekenntnisschulen (insbesondere im Milieu russlanddeutscher Spätaussiedler) namhaft gemacht werden. Gleiches gilt für den im Bundesland Nordrhein-Westfalen neu eingeführten Religionsunterricht mennonitischer Brüdergemeinden. Evangelikalen Bekenntnisschulen wird im Kontext russlanddeutscher Spätaussiedler Funktion und Aufgabe eines "gesellschaftstransfomativen Evangelism" zugesprochen.
Für vom Leitparadigma eines "schöpfungswissenschaftlichen Didaktizismus" her pädagogisch und didaktisch normierte evangelikale Bekenntnisschulen ist seit Mitte der 1990 er Jahre ein kontinuierliches quantitatives Wachstum nachzuweisen.
Insgesamt kommt evangelikalen Bekenntnisschulen zunehmend steigende Bedeutung mit Blick auf den gesamtgesellschaftlichen "Trend zur Privatschule" zu. Mithin unternimmt es die vorliegende Untersuchung, Grundlagen für den kritischen religionspädagogischen Diskurs mit evangelikalen Bekenntnisschulen zu legen. Hierdurch, ebenso durch den Versuch funktionaler und operationalisierbarer Begriffsdefinitionen, durchmisst die Untersuchung religionspädagogisch neues Territorium.
Dr. theol. Matthias Roser, Mag. theol., geb. 1964, Studium der Evangelischen Theologie in Berlin (Kirchliche Hoschschule Berlin, Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Magister der Theologie (1991), ist Lehrer für evangelischen Religionsunterricht in Berlin und lebt mit seiner Familie in Dortmund.
Forschungsschwerpunkte: Evangelikale Frömmigkeitskulturen und Frömmigkeitsmilieus, Geschichte und Zukunft des "Berliner Modells" und des "Berliner Weges" des Religionsunterrichts, Fachdidaktik des Religionsunterrichts vor den Herausforderungen der Konfessionslosigkeit.
VORWORT

EINLEITUNG UND BESTIMMUNG DER ZIELSETZUNG DER ARBEIT

DIE WISSENSSOZIOLOGISCHE DISKURSANALYSE ALS FORSCHUNGSHEURISTIK

DISKURSIVE FORMATIONEN UND DISKURSFELDER

METHODOLOGISCHE GRENZEN DER WISSENSSOZIOLOGISCHEN DISKURSANALYSE

METHODOLOGISCHE PERSPEKTIVEN DER GROUNDED THEORY

DER AUFBAU DER VORLIEGENDEN ARBEIT

I. HAUPTTEIL: PRIVATSCHULEN ALS BILDUNGSTREND DER GEGENWART

1.1. STATISTISCHE BEOBACHTUNGEN ZUM PRIVATSCHULWESEN IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND

1.2. BILDUNGSTHEORETISCHE INTERPRETATIONEN

1.3. EVANGELIKALE PRIVATSCHULEN IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND (STAND 2017): STATISTISCHE ÜBERSICHTEN

1.3.1. Evangelikale Privatschulen im Kontext des "Privatschoolbooms" in der Bundesrepublik Deutschland - Wachsen mit dem Trend?
1.3.2. Die Organisationsform der Evangelikalen Bekenntnisschulen
1.3.3. Die verbandspolitischen Funktionen und Aufgaben des VEBS als "Interessenagentur"
1.3.3.1. "Interessenaggregation" als Funktion des VEBS
1.3.3.2. "Interessenselektion" als Funktion des VEBS
1.3.3.3. "Interessenartikulation" als Funktion des VEBS
1.3.3.4. Der VEBS als "Consulting"-Agentur
1.3.3.5. Consulting und Schulgründung als Aufgabe des VEBS
1.3.3.6. Consulting und Personalrecruitement als Aufgabe des VEBS
1.4. BILDUNGSTHEORETISCHE BEOBACHTUNGEN ZU EVANGELIKALEN PRIVATSCHULEN IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND .. 63

1.4.1. Verfassungsrechtliche Perspektiven auf die evangelikalen Bekenntnisschulen in der Bundesrepublik Deutschland
1.4.2. Milieuspezifische Perspektiven auf die evangelikalen Bekenntnisschulen
1.4.2.1. Das "russlanddeutsche Milieu" evangelikaler Bekenntnisschulen - bildungssoziologische und erziehungswissenschaftliche Perspektiven
1.4.2.2. Pädagogikgeschichtliche Perspektiven auf das russlanddeutsche Milieu evangelikaler Bekenntnisschulen - Didaktik und Methodik des wissenschaftlichen Atheismus in der ehemaligen Sowjetunion
1.4.2.3. Das russlanddeutsche Milieu evangelikaler Bekenntnisschulen - ergänzende konfessionskundlich-theologische Perspektiven
1.5. BILDUNGSTHEORETISCHE UND SCHULPÄDAGOGISCHE POSITIONIERUNGEN DER VEBS-SCHULEN

1.5.1. Allgemeindidaktische und fachdidaktische Positionierungen der VEBS-Schulen
1.6. ZWISCHENERGEBNIS

II. HAUPTTEIL: "SCHÖPFUNGSWISSENSCHAFT" UND "SCHÖPFUNGSFORSCHUNG" ALS PARA-DIGMENWECHSEL
2.1. BEGRIFF UND GEGENSTAND VON EVOLUTION IN NATURWISSENSCHAFTLICHER UND NATURPHILOSOPHISCHER PERSPEKTIVE

2.1.1. Der Diskurs um Teleologie und Teleonomie in der Biologie und seine narratologische Interpretation als "Warfare" zwischen Glaube und Naturwissenschaften
2.1.1.1. Die theologische Operationalisierung des "Warfare"-Narrativs im Kontext der VEBS-Schulen
2.1.1.2. Die pädagogische Operationalisierung des "Warfare-Narrativs" bei Armin Mauerhofer
2.1.3. Erstes Zwischenergebnis
2.2. DIE "STUDIENGEMEINSCHAFT WORT UND WISSEN" ALS APOLOGETISCHER AKTEUR

2.2.1. Das Selbstverständnis der "Studiengemeinschaft Wort und Wissen" als fachwissenschaftlicher und pädagogischer Dienstleister
2.2.1.1. "Prä"- und "Post-Evangelisation" als apologetisch-missionarische Aufgabe
2.2.2. Grundlegende, theologisch-apologetische Argumentationsmodi der Studienge-meinschaft Wort und Wissen
2.2.2.1. "Evidentialistische", theologisch-rhetorische Argumentationsmuster im Kontext evangelikaler Theologie
2.2.2.2. "Präsuppositionalistisch-rhetorische" Argumentationsmuster im Kontext evange-likaler Theologie
2.2.3. Die Debatte um Schöpfung und Evolution im Kontext evangelikaler Bekenntnisschulen
2.2.3.1. Das Grundsatzpapier: "Evolution und Schöpfungslehre an christlichen Bekenntnisschulen"
2.2.3.2. Die "Studiengemeinschaft Wort und Wissen" als Produzent und Provider von Unterrichtsmaterialen
2.2.4. Die Brüderbewegung als denominationeller Kontext evangelikaler Schulbuchproduktion
2.2.4.1. Zweites Zwischenergebnis
2.3. GRUNDSÄTZLICHE, DIDAKTISCHE REFLEXIONEN IM KONTEXT DES VEBS-SCHULEN (SEBASTIAN ENGELHARDT UND MICHAEL K. HAGEBÖCK)

2.3.1. Das legitimatorische Bedingungsgefüge didaktischer Theoriebildung bei Sebastian Engelhardt und Michael K. Hageböck
2.3.1.1. "Bibelorientierte" Begründungsstrukturen einer allgemeinen Didaktik bei Sebastian Engelhardt und Michael K. Hageböck
2.3.1.2. Die paradigmatische Struktur der didaktischen Theoriebildung bei Sebastian Engelhardt und Michael K. Hageböck
2.3.1.3. Die pragmatische Struktur der didaktischen Theoriebildung bei Sebastian Engelhardt und Michael K. Hageböck
2.3.1.4. Frank E. Gaebelein: Ergänzende Perspektiven zu einer "bibelorientierten" (biblisch-gesetzlichen) "Leit"-Didaktik im Kontext der evangelikalen Privatschulen
III. HAUPTTEIL: DAS SCHULBUCH: BIBEL, SCHÖPFUNG, EVOLUTION

3.1. ERSTE BEOBACHTUNGEN ZUR FORMALEN STRUKTUR DES PRAXISBANDES: "BIBEL - SCHÖPFUNG - EVOLUTION"

3.2. DIE EINLEITENDE UNTERRICHTSREIHE: "DIE HERKUNFT DES MENSCHEN" (VERFASSER: FRED HARTMANN)

ALS PRAXISBEISPIEL EINER INFORMATIONSTHEORETISCH-LERNZIELORIENTIERTEN DIDAKTIK UND METHODIK
3.2.1. Die Rezeption der kybernetisch-lernzielorientierten Didaktik im Praxisband: "Bibel-Schöpfung-Evolution"
3.2.1.1. Eine "revisionistische" Informationstheorie bei Werner Gitt
3.2.1.2. Die Bildung von Lernzielen auf der Basis einer revisionistischen, instruktionstheoretischen Informationstheorie in der Teilsequenz: "Die Herkunft des Menschen nach der Bibel"
3.3. OFFENBARUNG ALS INFORMATION I - DISPENSATIONALISTISCH-HERMENEUTISCHE PERSPEKTIVEN UND ZUSPITZUNGEN

3.3.1. Dispensationalistische Hermeneutik in ihrer Mehrdimensionalität
3.4. DIE UNTERRICHTSREIHE: "DIE SINTFLUT" (FRED HARTMANN)

3.5. DIE UNTERRICHTSREIHE: "DER TURMBAU ZU BABEL" (FRED HARTMANN)

3.6. OFFENBARUNG ALS INFORMATION II: ROGER LIEBI UND DIE DIKTATTHEORIE DER GENESIS

3.6.1. Dispensationalistische Heilsgeschichte bei Roger Liebi
3.7. ZWISCHENERGEBNIS: DER PRAXISBAND "BIBEL - SCHÖPFUNG - EVOLUTION" ALS MODELL EINES "SCHÖPFUNGSWISSENSCHAFTLICHEN DIDAKTIZISMUS"

IV. HAUPTTEIL: SCHULE UND UNTERRICHT AN EVANGELIKALEN BEKENNTNISSCHULEN DER GEGENWART ALS MODUS VON EVANGELISATION UND "EVANGELISM"

4.1. "EVANGELISM" UND "EVANGELISATION" ALS "IDENTITÄTSMARKER" EVANGELIKALER THEOLOGIE UND FRÖMMIGKEIT

4.1.1. "Evangelism" als Herausforderung für russlanddeutsche Theologie und Frömmigkeit
4.2. AKTUELLE TENDENZEN RUSSLANDDEUTSCHER GEMEINDEPÄDAGOGIK

4.3. KONVERSION - RELIGIONSSOZIOLOGISCHE UND RELIGIONSPSYCHOLOGISCHE PERSPEKTIVEN

4.3.1. Konversion als Identitätsfindung und Identitätsstiftung bei Schülerinnen und Schülern
4.3.2. Lehrerinnen und Lehrer als "Konversionsagenten"
4.4. SCHULE UND UNTERRICHT AN EVANGELIKALEN BEKENNTNISSCHULEN - AUS DER PERSPEKTIVE RUSSLANDDEUTSCHER GEMEINDEPÄDAGOGIK

4.4.1. "Paradigm shift" - Schule und Unterricht an evangelikalen Bekenntnisschulen als Modi gesellschaftstransformativen "Evangelism"
4.4.2. Perspektiven eines "gesellschaftstransformativen Evangelism" (Johannes Reimer)
4.5. "INTELLIGENT DESIGN" ALS "META-NARRATIV"

4.6. "LEADER-SHIPPING" ALS AUFGABE UND FUNKTION DER TRÄGERVEREINE EVANGELIKALER BEKENNTNISSCHULEN IM RUSSLANDDEUTSCHEN MILIEU

4.6.1. "Leader-Shipping" in Perspektive auf die Frömmigkeitskultur russlanddeutscher Gemeinden
4.6.2. "Leader-Shipping" mit Blick auf den gesellschaftspolitischen und bildungspolitischen Kontext evangelikaler Bekenntnisschulen
4.7. ZWISCHENERGEBNIS

CONCLUSIO

A.) ZUSAMMENFASSUNG UND RESUMEE

B.) PERSPEKTIVEN DER AUSEINANDERSETZUNG

QUELLEN-UND LITERATURVERZEICHNIS

PRIMÄRQUELLEN

Archivalien

Gedruckte Primärquellen

Online-Veröffentlichungen

Homepages

AV-Medien (Vorträge und Präsentationen)

SEKUNDÄRLITERATUR
Einleitung und Bestimmung der Zielsetzung der Arbeit
Seit knapp 40 Jahren existiert, aus bescheidenen Anfängen erwachsen1
, im evangelikalen
Spektrum des deutschsprachigen Protestantismus eine mittlerweile prosperierende Privatschulbewegung,
die bisher kaum die notwendige theologische und religionspädagogische Aufmerksamkeit
gefunden hat.
2 Aktuell weisen evangelikale Privatschulen, deren bildungstheoretichen
Normen sowie deren schulpädagogischen Zielsetzungen der Welt-und Daeinsorientierung3
im russlanddeutschen Milieu4 des deutschsprachigen Protestantismus (als Teilmilieu des deutschsprachigen Evangelikalismus) verortet sind bzw. aus diesem hergeleitet werden
können, jährlich signifikant wachsende Wachstumsraten auf, sodass (Stand 2017) die zahlenmäßig
größten Schulen unterschiedlicher Bildungsgänge mittlerweile in diesem spezifischen
Teilsegment des deutschsprachigen Evangelikalismus lokalisiert werden können.
Insbesondere dem „Verband evangelischer Bekenntnisschulen“ (zukünfig abgekürzt VEBS) ist
in diesem Zusammenhang Charakter und Funktion einer „Normen-Agentur“ zuzusprechen.5
Für dieses Teilsegment des deutschsprachigen Evangelikalismus ist der Bezug auf ein instruktionstheoretisches,
informationstheoretisch begründetes Offenbarungsverständnis normativ.
Dieses Offenbarungsverständnis erfährt seine Begründung und seine Evokation im Begriff und
im Gegenstand einer als axiomatisch-normativ verstandenen „Schöpfungswissenschaft“ bzw.
einer davon dann abgeleiteten auch schulpädagogisch bzw. allgemeindidaktisch virulenten
„Schöpfungsforschung“.
Im Begriff und Gegenstand von „Schöpfungswissenschaft“ bzw. „Schöpfungsforschung“ erfährt
die Welt-und Daseinsorientierung sowie das Wertesystem russlanddeutscher Spätaussiedler
mit Blick insbesondere auf die Großeltern- und Eltern-Generation russlanddeutscher
Spätaussiedler ihre Deutung und Legitimation. Tradierung aber auch Transformation der entsprechenden
Welt- und Daseinsorientierung sowie des Wertesystems der Großeltern- und Eltern-Generation
an die nachwachsende(n) Generation(en), via Schule und Unterricht, ist als
weitere Aufgabe und Funktion von „Schöpfungswissenschaft“ und „Schöpfungsforschung“ bestimmbar.6
„Schöpfungswissenschaft“ und „Schöpfungsforschung“ selbst werden seit 1979 von der „Studiengemeinschaft
Wort und Wissen“, mit aktuellem Sitz in Baiersbronn im Schwarzwald, nachhaltig
mit der Diktion und mit dem Duktus eines theologisch aber auch bildungstheoretisch
und schulpädagogisch notwendigen Paradigmenwechsels, die Kommunikationsmöglichkeiten
der „Neuen Medien“ extensiv nutzend, in den ökumenischen, innerkirchlichen aber auch gesellschafts-
und bildungspolitischen Diskurs eingebracht.
Die vorliegende Untersuchung stellt sich von daher die Aufgabe, „Schöpfungswissenschaft“
und „Schöpfungsforschung“, wie sie von der „Studiengemeinschaft Wort und Wissen“ (der
wichtigsten und einflussreichsten „kreationistischen“ Organisation im deutschsprachigen
Raum) elaboriert und propagiert wird, im Hinblick auf deren bibelhermeneutische Grundlagen
genauer zu beschreiben und zu analysieren.8
In einem weiteren Schritt ist es anschließend möglich, „Schöpfungswissenschaft“ und „Schöpfungsforschung“
– auf der Basis einer ausführlichen, diskurstheoretischen Schulbuch-Analyse9
– hinsichtlich ihrer fundamentalen Funktion als Rahmentheorie allgemein-didaktischer Prinzipien
und fachdidaktischer Prinzipien an evangelikalen Bekenntnisschulen insgesamt in den
Blick zu nehmen.
Vom wissenschaftstheoretisch-normativen Axiom „Schöpfungswissenschaft“ her erfahren
auch die Rolle, die Funktion und der Habitus des Lehrers als „Konversions-Agent“ bzw. als
„Konversions-Begleiter“ an evangelikalen Bekenntnisschulen insbesondere des russlanddeutschen
Milieus ihre besondere Funktions-und Bedeutungszuschreibung.
Im durch die Frömmigkeitskultur russlanddeutscher Spätaussiedler geprägten Milieu evangelikaler
Bekenntnisschulen kann der Rekurs auf „Schöpfungswissenschaft“ und Schöpfungsforschung“
zudem als zentraler, normativer Baustein für die pädagogische Alltagspraxis von Gemeindepädagogik
einerseits, Schule und Unterricht an evangelikalen Privatschulen andererseits
gelten und es wird in diesem Zusammenhang insbesondere die Frage aufzuwerfen sein,
inwieweit das Schulbuch auch als Baustein für einen durch Schule und Unterricht an evangelikalen
Privatschulen insgesamt ins Werk zu setzenden missionarischen, „gesellschaftstransformativen
Evangelism“ beschrieben werden kann. In diesem Zusammenhang wird ebenfalls
die Frage zu erörtern sein, inwieweit das „Projekt“ eines „gesellschaftstransformativen Evangelism“,
gewissermaßen in Form einer „Rückkopplung“ auch (zukünftig) Transformationsprozesse
innerhalb überlieferter und tradierter russlanddeutscher Frömmigkeitskultur zu initiieren
vermag.
Für die vorliegende Untersuchung ist es von ihren drei „Schauplätzen“ her gesehen, geboten,
ein praxisnahes, den Forschungsprozess begleitendes und strukturierendes, in einer Verweisungsstruktur
zueinanderstehendes, methodologisch reflektiertes Instrumentarium in den
Blick zu nehmen, das es einmal ermöglicht, eine Theorie des Forschungsgegenstandes, also
eine Rekonstruktion der die SG Wort und Wissen konstituierenden, kreationistischen Wissensordnung
in ihrer intendierten, didaktisch-methodischen und schulpädagogischen Perspektive
zu formulieren und andererseits die Kontextualisierung und Funktionalisierung von „Schöpfungswissenschaft“
und „Schöpfungsforschung“ als normative Diskursformation im Blick auf
die stetig wachsende Zahl evangelikaler Bekenntnisschulen in der Bundesrepublik fokussiert
in den Blick zu nehmen.

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