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Das Buch

In einer Welt voller Teamplayer hat das Nein nichts verloren: Unkooperative Mitarbeiter, Chefs als Blockierer, Bürger als Querulanten. Wer Nein sagt, gilt schnell als schwierig.

Doch dieses Buch sagt Ja zum Nein! Denn NEIN ist nicht das böse Wort, das man nicht sagen darf – sondern eines der wichtigsten, besten, sinnvollsten Wörter überhaupt! Wer selbstbestimmt leben und eigenständige Entscheidungen für etwas treffen will, muss sehr oft NEIN sagen – hinter jedem JA stehen viele NEINs. Und diese Entschiedenheit kann jeder lernen.

Ein Buch wie ein Befreiungsschlag.

Die Autoren

»Anja Förster und Peter Kreuz nehmen als Managementvordenker in Deutschland eine Schlüsselrolle ein«, schreibt der Focus über die gefragten Berater, Referenten und erfolgreichen Buchautoren. Alles, außer gewöhnlich wurde 2007 Wirtschaftsbuch des Jahres, zuletzt erschienen bei Pantheon der Spiegel-Bestseller Hört auf zu arbeiten! (2013), Nur Tote bleiben liegen (2014) und Macht, was ihr liebt! (2015).

www.foerster-kreuz.com

An ja Förster
Peter Kreuz

NEIN

Was vier mutige Buchstaben
im Leben bewirken können

Pantheon

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Der Pantheon Verlag ist ein Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH.

Copyright © 2016 by Pantheon Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH, Neumarkter Str. 28, 81 673 München

Umschlaggestaltung: Thierry Wijnberg, Berlin

Gestaltung und Satz: Andrea Mogwitz

Verwendete Schrift: Berling Nova

ISBN 978-3-641-19418-5
V001

www.pantheon-verlag.de

»Nur wer sich entscheidet, existiert.«

Martin Luther

Inhalt

Ja, okay …

Teil I

Warum Freiheit ein Ladenhüter ist

1 Dir stehen doch alle Türen offen!

2 Zum Ja-Sagen erzogen

3 Nur mal kurz das Leben verpfuscht

4 Die Typologie der Unentschiedenheit

Teil II

Wie Hummer wachsen

5 Die Sache mit der Wahlfreiheit

6 Ein großes Ja, viele Neins

7 Eine Frage der Haltung

8 Mit dem Wissen wächst der Zweifel

9 There is no free lunch

10 Aber es kann doch nicht jeder den Klinsmann machen!

Teil III

Warum wir eine Antwort brauchen

11 Die schlimmste Strafe der Welt

12 Lebt Entschiedenheit!

Ihr Lunchpaket

Quellenverzeichnis

Bildnachweis

Ja, okay …

Nein«, sagen Sie.

Schon beim Frühstück bearbeitet Sie Ihr Sohn und bekniet Sie, ihm den kostenpflichtigen Download eines neuen Computerspiels zu erlauben.

»Komm schon!«, insistiert er, »Das Spiel ist mega angesagt. Und es ist ja kein Ego-Shooter, sondern eigentlich so was wie ein Strategiespiel …«

Sie schauen skeptisch.

»Oh, bitte. Wie steh’ ich denn sonst da? Ich will mit meinen Freunden übers Netz mitspielen können. Die schließen mich sonst aus. Das ist ein echt soziales Spiel, weißt du. Ich brauch’ das, sonst bin ich der Depp. Jetzt sag schon Ja! Bitte!«

Sie atmen aus, Ihre Schultern sinken, Ihr Widerstand bricht zusammen. Es ist einfach zu anstrengend, dagegenzuhalten. Und das Gefühl, ein Rabenvater oder eine Rabenmutter zu sein, wenn Sie weiter hart blieben, wäre sehr, sehr unangenehm. Sie murmeln: »Na gut, von mir aus …«

»Yesss!« – Ihr Sohn macht die Beckerfaust und rennt aus der Küche in sein Zimmer, um den Download noch vor der Schule zu starten.

Dass Sie nachgegeben haben, nervt Sie noch, als Sie sich auf den Weg ins Büro machen. Auf dem Firmenparkplatz angekommen, winkt Ihnen schon der Kollege aus der Buchhaltung freundlich zu. Er erinnert Sie daran, dass Sie letzte Woche bei seinem Geburtstagsumtrunk zugestimmt haben – war das nach dem zweiten oder dritten Gläschen Sekt? – die Organisation des nächsten Sommerfests zu übernehmen.

»Oh, nein!«, denken Sie, »wie komme ich bloß aus der Nummer wieder raus?« Diesen Job haben Sie schon einmal ausgeschlagen und damals zu viel Stress geltend gemacht. Das war eine Ausrede. Aber verderben wollen Sie es sich mit den Kollegen auch nicht. Wie könnten Sie jetzt bloß Nein sagen, ohne wie ein Drückeberger auszusehen?

Sie lächeln gequält und hören sich selbst sagen: »Ja, mach’ dir mal keine Sorgen. Ich geh’ da noch diese Woche ran!«

Ihr Ja, das Sie sich abgequält haben, fühlt sich wie eine Niederlage an und liegt Ihnen noch im Magen, als Ihr Chef beim wöchentlichen Meeting eine Projektidee vorstellt. Gesucht wird ein Projektleiter, der erstmal eine Machbarkeitsstudie durchführt. Sie merken schon, wie der Chef zu Ihnen herüberschaut, während er noch spricht.

»Möge dieser Kelch an mir vorübergehen!«, schießt es Ihnen durch den Kopf, denn Ihnen ist sonnenklar, dass das eine Menge an Extraarbeit mit sich bringen würde.

»Du bist genau der Richtige für diese Aufgabe«, sagt Ihr Chef in Ihre Richtung und nickt Ihnen aufmunternd zu.

»Mist!«, denken Sie. Sie hecheln in Gedanken Ihre To-Do-Liste durch und wissen: Erst das Sommerfest und jetzt noch dieser zusätzliche Job, für den Sie eigentlich gar keine Zeit haben. Von Lust ganz zu schweigen. Aber wie sollen Sie ablehnen? Das würde sicher Ihr Verhältnis zu Ihrem Chef belasten. Vielleicht würde es sogar Ihre Beförderung gefährden.

Also: Sie nicken ihm freundlich zu und nehmen die Aufgabe dankend an.

Als Sie kurz vor Feierabend reichlich erschöpft ihre Sachen zusammenpacken, fragt Ihr Azubi Sie, ob Sie ihm bei einer Präsentation helfen können, die er morgen in der Berufsschule auf Englisch halten muss. Er würde sich freuen, wenn Sie seine Folien lesen und korrigieren könnten. »Sie sprechen doch so gut Englisch und ich wollte Sie schon die ganze Woche ansprechen, aber Sie sind ja immer so beschäftigt …«

Der implizite Vorwurf, den Sie zwischen den Zeilen heraushören, motiviert Sie überhaupt nicht. Sie fühlen sich komplett ausgelaugt und haben nicht die geringste Lust. Aber jetzt den jungen Mitarbeiter hängenlassen?

Sie ringen sich ein Lächeln ab und sagen: »Ja, okay.«

Teil I

Warum Freiheit ein Ladenhüter ist