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Monika Gutmann

 

 

Clickertraining

 

Andere Wege in
der Kommunikation
mit dem Hund

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Vorwort – Hundeerziehung, die nächste Generation

 

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Als ich mit dem Clickertraining anfing, war mir das Ausmaß für meine Zukunft nicht bewusst. Im Jahr 2000 hielt ich meinen ersten Clicker in der Hand und entdeckte damit für mich eine Welt, die ich so nicht erwartet hatte.

Unser Rottweilermischling Dino hat mit Clickertraining völlig gewaltfrei gelernt, dass es besser ist, seinem Menschen zu folgen statt einem Reh. Das vorherige Training mit Stachelhalsband und Leinengerucke hat ihn nicht sonderlich beeindruckt. Die Zeit des Umdenkens kam bei mir, als ich vor fast zehn Jahren bäuchlings auf dem Rücken unseres geliebten Dino über den Hundesportplatz getragen wurde. Dabei kamen so hilfreiche Zurufe wie: „Du musst ihn auf den Rücken werfen!“ – Ja wie denn, wenn der Hund mich auf dem Rücken huckepack trägt? Ich dachte: „Wenn man einem Hund körperlich nicht gewachsen ist (und das ist der Großteil aller Menschen mit größeren Hunden), dann muss es doch noch andere Möglichkeiten der Erziehung geben.“ Auf der Suche nach Alternativen entdeckte ich den Clicker und damit das Tor zu mehr Wissen und einem besseren Verständnis zwischen Mensch und Hund.

Arbeiten mit einem Marker/Clicker bringt zwei völlig fremde Spezies auf einen Nenner: Der Mensch kann nun endlich im richtigen Augenblick sagen, was er gut findet, und der Hund weiß sofort, dass er etwas richtig gemacht hat.

Wir müssen nicht mehr darauf warten, dass unser Hund etwas „falsch“ macht – wir öffnen unseren Blick für das Gute! Das Zusammenleben und die Beziehung zwischen Mensch und Hund bekommt so eine ganz neue Qualität. Nicht mehr im ständigen Stress zu sein, um den „Rudelführer“ zu mimen, ist entspannend für uns Menschen wie auch für unsere Hunde.

Clickertraining ist kein Freifahrschein für Disziplinlosigkeit, wie es allgemein immer wieder behauptet wird. Ich glaube sogar, dass mit Marker trainierte Hunde ihre Grenzen sehr viel genauer kennen, Umweltsignale besser einordnen und gelernt haben, mit diesen umzugehen – immer vorausgesetzt, dass nun der Mensch dem Hund auch die Chance zum Lernen ermöglicht. Natürlich haben wir Regeln, denn jedes familiäre Zusammenleben bedingt irgendwelche Regeln. Diese sind aber kein starres Konstrukt wie: Der Mensch isst zuerst. Oder: Der Hund muss immer hinter den Menschen laufen.

Unsere Hunde haben unsere Hausregeln durch klare Kommunikation erlernt: Mit einem Markerwort kann ich meinem Hund jederzeit mitteilen, dass ich es gut finde, wenn er auf mein Zeichen die Couch verlässt oder er auf die Couch kommen darf, um sich somit Streicheleinheiten abzuholen. Hatte einer unserer Hunde ein Problem, arbeiteten wir konkret an diesem Verhalten. Keiner meiner Hunde hat jemals beispielsweise Ressourcen (wie Futter, Spielzeug) verteidigt. Ich habe gleich von Beginn an „unerwünschtes“ Verhalten unter Signalkontrolle gestellt. Unsere Hunde verlassen die Couch auf Signal, warten an der Tür und legen sich hin, während wir essen. Das haben sie gelernt, ohne den Einsatz scharfer Worte oder „Korrekturen“. Ich hoffe, dass Sie nach der Lektüre meines Buches mit Ihrem Hund ähnliche Erfahrungen machen und genauso positive Erlebnisse haben dürfen wie ich.

 

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