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Donna Gephart

Tod durch

Klopapier

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Aus dem Englischen

von Sabine Hübner

cbt_Logo_schwarz.eps

cbt_Logo_schwarz.eps Kinder- und Jugendbuchverlag

in der Verlagsgruppe Random House

1. Auflage 2015

Copyright © Donna Gephart, 2014

All rights reserved

Die Originalausgabe erschien 2014 unter dem Titel

»Death by Toilet Paper« bei Delacorte Press,

an imprint of Random House Children’s Books,

a division of Random House LLC,

a Penguin Random House Company, New York.

© 2015 für die deutschsprachige Ausgabe cbt Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Alle deutschsprachigen Rechte vorbehalten

Übersetzung: Sabine Hübner

Lektorat: Sophia Marzolff

Umschlaggestaltung: © Geviert, Grafik & Typografie

unter Verwendung eines Motivs von Shutterstock

(Laralova, Apolinarias, pockygallery)

jb · Herstellung: tk

Satz: KompetenzCenter, Mönchengladbach

ISBN 978-3-641-14797-6

www.cbt-buecher.de

Meiner Schwester Ellen (alias Batman) gewidmet

Deine Zielstrebigkeit und Ausdauer, die mich stets inspirieren,

haben mich auch zu diesem Buch inspiriert.

Danke, dass du immer und auf jede erdenkliche Weise

für mich da bist.

DER ERSTE BRIEF …

Liebe EXZELLENT-Toilettenpapier-GmbH,

Ihr macht das beste Klopapier der Welt! Klar, ziemlich komisch, wenn ein Siebtklässler so etwas sagt, aber es stimmt. Ich hab EXZELLENT-Klopapier bei uns in der Toilette einfach nicht zu schätzen gewusst – bis es irgendwann nicht mehr da war. Stattdessen haben wir jetzt so ein Recyclingpapier, das schlechteste, kratzigste (Schmirgel-)Papier der Welt.

Das gute Klopapier verschwand bei uns als Erstes; dann wurde das Kabelfernsehen abgestellt – und von da an ging’s bergab. Steil bergab.

Aber ich hab jetzt keine Lust, darüber zu reden.

Ich möchte Ihnen nur sagen, dass EXZELLENT das allerbeste Klopapier ist und dass ich wünschte, wir würden es wieder kaufen.

Ihr Freund Benjamin Epstein

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1

Die Küche meines besten Freunds ist mit Blutspritzern übersät – der Küchentisch, die Pfeffermühle, die Wand hinterm Tisch und fast alle Bodenfliesen. Sogar das weiße Fell der Katze Psycho hat einen Blutspritzer abbekommen.

Mit weit aufgerissenen Augen starre ich jedes grausige Detail an.

Auf dem blutbespritzten Boden liegt, mit einem Hackebeil in der Brust, der Vater meines besten Freunds, Mr Taylor. Er trägt seine Kochschürze aus dem »Chez Gourmet«, aber die Schürze ist mehr rot als weiß.

Blut rinnt ihm seitlich aus dem Mundwinkel, sickert in seinen Bart und tropft von dort auf den klebrigen Fußboden. Plötzlich schlägt Mr Taylor das rechte Auge auf.

Er starrt mich an.

Ich weiche zurück, aber da schießt sein dicker, behaarter Arm auf mich zu. Er packt meinen Fußknöchel. Mit erstaunlicher Kraft. »Hilfe …«, gurgelt er. »Hilf mir!«

Meine Stimme explodiert acht Oktaven zu hoch und ich kreische wie ein Mädchen.

Zahnstocher lässt seine Videokamera sinken. »Cut! Toll gekreischt, Ben! Danke, Dad.« Er macht einen tapsigen Tanzschritt und sieht aus wie ein Straußvogel auf glühend heißem Boden. »Das wird mein gruseligster Film bisher!«

Mr Taylor (also die Leiche) springt vom Küchenboden auf, entfernt das Plastik-Hackebeil von seiner Brust und zieht sich die blutbefleckte Schürze über den Kopf. »Ich hoffe für dich, die ist bis heute Abend wieder sauber, wenn ich zur Arbeit ins Restaurant muss«, sagt er zu Zahnstocher, »andernfalls landest du hier drin.« Mr Taylor zeigt auf einen Topf, in dem Tomatensoße mit abgetrennten Fingern köchelt.

Zahnstocher fischt die Plastikfinger mit einer Zange heraus und wirft sie in den Ausguss. »Keine Sorge, Dad. Das Kunstblut ist größtenteils Chilisoße. Kommt im Film toll rüber und ist superleicht sauber zu kriegen.«

»Schmeckt auch gut«, sagt Mr Taylor, fährt mit dem Finger durch das »Blut« auf dem Küchentisch und leckt ihn ab. »Allerdings fehlt ein bisschen Koriander.«

Zahnstocher lacht sich kaputt und mir versetzt es einen Stich, denn genau solche blöden Sprüche hatte mein Dad auch drauf. Dauernd hat er rumgealbert und Witze gerissen, zum Beispiel: »Was ist der Unterschied zwischen einem Krokodil? Antwort: Je grüner, desto schwimmt’s.« Und wenn Mama und ich nicht lachten, sagte er: »Ist doch witzig, nicht? Total absurd!«

Ich hätte nie gedacht, dass ich die doofen Witze meines Dads eines Tages mal vermissen würde.

»Dann putz jetzt mal die Chilisoße weg«, sagt Mr Taylor und klopft Zahnstocher auf die Schulter, »oder ich muss noch eine Riesenladung Nachos dazukaufen.«

»No problem«, sagt Zahnstocher und legt mir seinen mageren Arm um die Schultern. Er ist über einen Kopf größer als ich, obwohl wir beide zwölf sind. »Ben hilft mir beim Saubermachen«, fügt er hinzu. »Stimmt’s?«

»Klar, weißt du doch«, sage ich.

Ich helfe Zahnstocher gerne, denn er bezahlt mich in der Währung, die man als echter Gewinnspiel-Freak braucht: Briefmarken, manchmal auch Postkarten, Kuverts und Karteikarten – für all die tollen Preisausschreiben, an denen man nicht online teilnehmen kann. Und für die Online-Gewinnspiele lässt er mich seinen Computer benutzen. Ich finde es zwar blöd, für jede Einsendung eine Briefmarke verschwenden zu müssen, aber die erfahrenen Teilnehmer in den online-Foren sagen immer: Gewinnspiele gehen halt ins Geld.

Es macht Spaß, Zahnstocher bei seinen Horrorfilmen zu helfen, vor allem wenn er mich das Drehbuch schreiben lässt. Na ja, es sind nicht viele Dialoge drin, nur ab und zu ein paar gut platzierte Schreie.

Rat mal, wer heut zum Essen kommt ist sein dritter Horrorfilm und meiner Meinung nach bis jetzt sein bester. Die anderen Filme waren Der Zug des Schreckens – den haben wir im Bahnhof der 30. Straße gedreht – und Pinguin-Terror in Philadelphia. Das war ziemlich knifflig, denn wir mussten im Zoo drehen und der Wachmann brüllte die ganze Zeit herum, weil wir uns zu weit ins Pinguingehege lehnten. Aber anders konnten wir die Einstellung nicht drehen. Als Zahnstocher fast ins Becken fiel und ich ihn am Hosenboden hochziehen musste – ziemlich schwierig, zumal er die ganze Zeit schrie: »Meine Kamera fällt gleich ins Wasser!!!« –, wurden wir aus dem Zoo geworfen, weil wir »rumgeblödelt« und »Rabatz gemacht« hätten.

Zahnstocher war das egal – Hauptsache, seine Kamera hatte nichts abbekommen und die Aufnahmen waren etwas geworden.

Mir war es nicht egal, ich fand es voll peinlich, vom Wachmann aus dem Zoo gejagt zu werden. Ich musste an Dad denken, der Wachmann bei der Zeitung Inquirer gewesen ist. Irgendwie kam es mir vor, als hätte ich ihn enttäuscht.

»Hör mal, Ben«, sagt Mr Taylor jetzt und wischt sich mit einem Papierhandtuch das »Blut« aus dem Bart. »Es ist noch Lasagne übrig, sie steht im Kühlschrank. Denk dran, sie mitzunehmen. Wir essen sie nicht.«

Wenn Zahnstochers Mom noch bei ihnen wohnen würde, würde sie mir wahrscheinlich noch zusätzlich Bananenkuchen anbieten. Sie hat immer irgendwas Leckeres gebacken und es hat immer so gut geduftet, wenn ich zu Besuch kam.

»Dad!«, quengelt Zahnstocher, »du hast doch gesagt, die Lasagne …«

Mr Taylor sieht Zahnstocher streng an – Zahnstocher verstummt und mir wird schlagartig klar: Erstens ist diese Lasagne nicht »noch übrig«. Und zweitens werde ich sie nicht mitnehmen, egal wie hungrig ich bin. »Danke, Mr Taylor. Sehr nett von Ihnen.«

»Für dich und deine Mom immer gerne«, sagt er. »Und jetzt würde ich mich vor der Arbeit gern noch ein bisschen hinlegen, seid also leise, okay?«

»Klar«, erwidere ich.

»Psycho!«, schreit Zahnstocher und springt staksig auf seine mit Chilisoße bespritzte Katze zu, um sie sauber zu machen. Aber sie entwindet sich geschmeidig seinem Griff und jault.

»So viel zum Thema Leisesein«, sagt Mr Taylor kopfschüttelnd und geht ins obere Stockwerk hinauf.

Da Zahnstocher jetzt mit einem nassen Küchenpapier hinter der Katze herrennt und ich keine Lust habe, die ganze Küche allein zu putzen, verziehe ich mich aufs Klo. Dort hocke ich auf dem runtergeklappten WC-Deckel, den Kopf in die Hände gestützt, und wünsche mir, Mr Taylor hätte mir die Lasagne nicht angeboten. Die schmeckt zwar sicher toll – wie alles, was er kocht –, aber wir brauchen keine Almosen. Das erinnert mich an letzte Woche, als uns Mrs Schneckle, unsere Flurnachbarin, eine Tüte mit Lebensmitteln vom Markt mitbrachte. Sie sagte, sie hätte aus Versehen zu viel eingekauft. Niemand kauft aus Versehen zu viele Lebensmittel ein!

Alles wird besser, rede ich mir ein, dafür werde ich sorgen. Ich hab’s versprochen …

Zahnstocher hämmert gegen die Klotür und mein Herz beginnt auch zu hämmern. »Hey!«, ruft er. »Bist du da drin? Du wolltest doch helfen!«

Im ersten Moment denke ich, er meint, dass ich meiner Mom helfen wollte, und das Herz wird mir zentnerschwer. »Gleich«, piepse ich. Dann zähle ich bis sechs und drücke auf die Spülung, damit es klingt, als sei ich wirklich die ganze Zeit auf dem Klo gewesen.

Meine feuchten Augen tupfe ich mit ein paar Blatt Klopapier ab. Dieses Klopapier ist weich und flauschig, ganz anders als der recycelte Mist, den meine Mom jetzt immer kauft. Das Zeug ist so rau, dass ich mir den Hintern lieber mit Baumrinde abwischen würde.

Ohne groß nachzudenken, reiße ich noch mal einen langen Streifen Klopapier ab, falte ihn zusammen und stopfe ihn mir in die Hosentasche.

Zurück in der Küche, die schon etwas weniger blutig aussieht, hoffe ich, dass Zahnstocher nicht meine dick ausgebeulte Hosentasche bemerkt. Um ihn abzulenken, frage ich: »Also, was soll ich sauber machen?«

»Psycho.« Zahnstocher klatscht mir ein paar nasse Küchentücher in die Hand. »Sie versteckt sich hinterm Bücherregal in meinem Zimmer und verschmiert da alles mit Chilisoße. Ich erwisch sie einfach nicht.«

»Wie soll ich das dann schaffen?«

Zahnstocher drückt mir einen Besen in die linke Hand.

»Grandiosissimo«, sage ich und merke mir das Wort gleich – vielleicht kann ich es mal für ein Preisausschreiben gebrauchen.

Falls es mir gelingt, Psycho hinterm Regal hervorzuscheuchen und sauber zu machen, verwechselt sie meinen Arm hoffentlich nicht wieder mit einem Kratzbaum wie schon mal. Andererseits habe ich schon Schlimmeres erlebt.

Bewaffnet mit meinen Folterwerkzeugen – einem Besenstiel und nassen Küchentüchern – stürme ich in Zahnstochers Zimmer und stoße ein Kriegsgeheul aus: »Jiiii-haaaaaah!!!!«

»Ruhe!«, brüllt Zahnstochers Dad aus dem Schlafzimmer.

»Oh – sorry, Mr Taylor.«

Unten höre ich Zahnstochers wildes Gelächter.

Grandiosissimo!

So also hab ich meinen Samstagnachmittag verbracht: Ich habe erbittert gegen eine wilde, mit Chilisoße bekleckerte Katze gekämpft, den blutbespritzten Tatort eines Mordes gereinigt und aus dem Klo meines besten Freundes Toilettenpapier geklaut.

Die Lasagne habe ich nicht mitgenommen, sondern im Kühlschrank der Taylors stehen lassen.

Obwohl mir das Wasser kübelweise im Mund zusammenläuft, wenn ich nur dran denke …

Lieber Benjamin Epstein,

danke für Deinen Brief. Wir freuen uns, dass Du ein treuer Anhänger unseres EXZELLENT-Toilettenpapiers bist.

Auch wir sind der Meinung, dass heutzutage kein besseres Toilettenpapier auf dem Markt zu finden ist.

Es könnte Dich interessieren, dass EXZELLENT-Toilettenpapier ein Preisausschreiben für einen neuen Werbeslogan veranstaltet (nähere Infos beiliegend).

Außerdem liegt diesem Schreiben ein Gutschein über einen kostenlosen Viererpack EXZELLENT-Toilettenpapier bei.

Mit freundlichen Grüßen

Ed Chase

Abteilung für Vertrieb & Kundenbetreuung EXZELLENT-Toilettenpapier GmbH

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2

Am Montag, auf dem Heimweg von der Schule, sehe ich auf der anderen Straßenseite unseren Vermieter, Mr Katz.

Ich winke zu ihm hinüber, aber er sieht mich offenbar nicht, denn er winkt nicht zurück.

Mom hat mir erzählt, dass Mr Katz und sein Geschäftspartner auf unserer Straßenseite vier Mietshäuser besitzen. Jedes sieht genau gleich aus: dreistöckig, mit zwei Wohnungen auf jedem Stockwerk und einem Souterrain mit Waschküche und Kellerräumen. Wir zahlen monatlich 1.200 Dollar für unsere Zwei-Zimmer-Wohnung. Wenn jeder das Gleiche zahlt wie wir, sind das im Monat 28.800 Dollar für Mr Katz und seinen Partner.

Achtundzwanzigtausendachthundert im Monat! Ich rücke meinen Schulranzen zurecht. Am besten kaufe ich mir später, wenn ich groß bin, einen Haufen Wohnungen! Dann muss ich nur noch jeden Monat Miete kassieren und gelegentlich Reparaturen erledigen, wenn was kaputtgeht.

Und falls jemand die Miete nicht rechtzeitig zahlen kann, drücke ich auch mal ein Auge zu und lasse ihm Zeit.

Ich kicke einen leeren WaWa-Kaffeebecher vom Bordstein und wünsche mir, ich hätte die Summe, die Mr Katz in einem Monat verdient. Oder in einer Woche! Das würde all unsere Probleme lösen.

Bis auf eines.

Im Eingangsflur unseres Mietshauses lasse ich den Ranzen fallen und fische den Briefkastenschlüssel aus der Hosentasche. An der Wand hängen sechs schmale metallene Briefkästen, unserer ist der links außen. In dem kleinen Sichtfenster steht immer noch »Todd Epstein«. Ich berühre die transparente Plastikschicht über Dads Namen und überlege, ob Mom und ich das Schild mal austauschen sollten.

Nö. Ich bin froh, dass es noch da ist.

Dads Stimme ist auch noch lange auf unserem Anrufbeantworter gewesen: »Sie sind mit den Epsteins verbunden. Entweder wir machen gerade was Lustiges und können deshalb nicht ans Telefon oder wir haben keine Lust, Ihren Anruf entgegenzunehmen. Bitte hinterlassen Sie uns auf jeden Fall eine Nachricht nach dem …« Manchmal habe ich von Zahnstocher aus bei uns angerufen, einfach nur um Dads Stimme zu hören. Doch als Mom vor einigen Monaten die Telefonrechnung nicht mehr bezahlen konnte und das Telefon abmelden musste, verschwand auch Dads Stimme. Vor neun Monaten haben wir Dad verloren, das war das Allerschlimmste, und jedes Mal wenn wir noch etwas verlieren – zum Beispiel unseren Telefonanschluss –, werden wir wieder dran erinnert, und das tut weh.

Ich schüttele den Kopf, verdränge diese Gedanken und öffne den Briefkasten. Hoffentlich ist er nicht leer.

Es liegt tatsächlich Post drin!

Das eine Schreiben ist an Mr Benjamin Epstein adressiert und stammt von der EXZELLENT-Toilettenpapier-GmbH. Ich reiße den Umschlag auf, der einen Brief, einen Gratisgutschein für einen Viererpack Klopapier und Infos zu einem neuen Preisausschreiben enthält – es wird ein neuer Werbeslogan gesucht. Komisch, dass das Preisausschreiben nicht in meinem Newsletter GEWINNSPIEL TOTAL gelistet war. Super! Mein Brief an EXZELLENT zahlt sich aus. Kostenloses Klopapier und Infos zu dem Preisausschreiben – die Briefmarke hat sich also definitiv gelohnt.

Der andere Umschlag ist adressiert an Shelley B. Epstein. Mom heißt Shelley Iris Epstein. Ich benutze »Shelley B. Epstein« (das »B« steht für Benjamin), wenn ich mich an Preisausschreiben beteilige. Für die meisten Preisausschreiben bin ich nämlich zu jung, deshalb benutze ich Moms Namen, was völlig legal ist. Viele Teilnehmer an Preisausschreiben benutzen fremde Namen oder wandeln ihren eigenen Namen ab. Das ist so üblich. Allerdings – sollte ich mal einen Hauptpreis gewinnen, wird das unter Moms Namen sein, nicht unter meinem. Und dann erscheint wahrscheinlich ihr Bild in GEWINNSPIEL TOTAL. Das fände ich zwar nicht so toll, aber trotzdem wäre es cool, mal was richtig Großes zu gewinnen.

Und in diesem Umschlag könnte was Großes sein!

Absender ist die Ladenkette WaWa. Sollte ich etwa den 1. Preis bei ihrem Preisausschreiben gewonnen haben (ein Auto)?? Klar, meine Einsendung war gut, aber dass sie so gut war, hätte ich dann doch nicht gedacht …

Ich presse den Umschlag an meine Brust und hoffe inständig auf meinen allerersten Hauptgewinn. Mom flippt aus, wenn wir ein Auto gewinnen. Wir müssten dann nicht mehr überall zu Fuß hinlaufen oder den Bus nehmen. Oder wir könnten den Wagen für einen Haufen Geld verkaufen.

Mrs Schneckle kommt die Treppe herunter und balanciert einen Korb voller Wäsche auf der Hüfte. Sie streicht ihr kurzes silbergraues Haar zur Seite. »Heute was Erfreuliches in der Post, Bubele?«

»Ich weiß noch nicht«, antworte ich. Aber mein Herz klopft wie wild, denn ich ahne, dass dieser Umschlag wunderbare Neuigkeiten enthält.

Mrs Schneckle lässt ihren Korb zu Boden plumpsen und wartet. »Ich hatte heute nur Werbung«, sagt sie. »Und gestern auch. Und vorgestern auch. Pfft!«

Mit zitternden Händen schiebe ich den Finger unter die Lasche des Umschlags. Ich reiße ihn auf und was ziehe ich heraus? Einen Gutschein für ein WaWa-Riesensandwich.

Ich lasse die Schultern sinken.

»Nu?«, sagt Mrs Schneckle. »Was hast du gewonnen?«

Ich halte den Gutschein hoch. »Ein kostenloses WaWa-Riesensandwich.« Ich schlucke. »Von denen gab’s Hunderte zu gewinnen.«

»Gratuliere«, meint sie. »Ich krieg zwar Blähungen von den Dingern, aber sie schmecken köstlich.«

Ich packe Mrs Schneckles Wäschekorb und trage ihn für sie die Treppe runter. Sie folgt mir in den Keller, der nach Moder und Waschmittel riecht.

Vielleicht sollte ich endlich mal aufhören, auf einen Hauptgewinn zu hoffen. Vielleicht sollte ich gar nicht mehr bei Gewinnspielen mitmachen. Aber da ist noch der neue EXZELLENT-Toilettenpapier-Slogan-Wettbewerb … Wenn ich da den 1. Preis kriege, wird sich für Mom und mich alles ändern.

»Ich hab auch einen Gratisgutschein für vier Rollen EXZELLENT bekommen«, sage ich und stelle Mrs Schneckles Korb mit einem Wumms auf der Waschmaschine ab.

»Kauf ich auch immer«, sagt sie. »Gute Qualität.«

Das versetzt mir einen Stich, weil wir es uns nicht mehr leisten können. Aber wenigstens haben wir jetzt vier Rollen.

»Gut gemacht, Bubele.« Mrs Schneckle drückt meine Schulter und schaltet die Waschmaschine an. »Hast dir wohl was Schlaues ausdenken müssen, um diese Preise zu gewinnen?«

Mrs Schneckle wohnt schon seit ewigen Zeiten auf unserem Stockwerk, sie weiß also, dass ich ein echter Wettbewerbsprofi bin. Ein ausgefuchster Spieler. Ein Preisausschreibenjäger.

Sie hört es immer von Mom, wenn ich wieder mal einen Gewinn ergattert habe; zum Beispiel hab ich mal eine geniale Rezeptidee für Boaty-Haferflocken erfunden und damit einen Haferflockenvorrat für ein ganzes Jahr gewonnen. Ich schlug damals vor, die Haferflocken mit Nuss-Nougat-Creme zu mischen und das Ganze mit Mandelsplittern zu verzieren. (Die Idee mit den Mandelsplittern stammte allerdings von Zahnstochers Dad.) Eigentlich hatte ich ja gehofft, den 1. Preis zu kriegen – 2.500 Dollar und eine Reise nach New York für zwei Personen –, aber stattdessen gewann ich den 2. Preis: so viele Haferflockenschachteln, dass wir Mrs Schneckle und Sejde Jake – meinem Großvater – jede Menge davon abgeben konnten und immer noch genug für ein ganzes Jahr übrighaben.

Blöd nur, dass ich Haferflocken hasse. Und Nuss-Nougat-Creme und Mandelsplitter können wir uns im Moment leider nicht leisten.

Mrs Schneckle hat es auch gleich von Mom erfahren, als ich den Grill gewonnen hab, für meinen Slogan Genial grillen und chillen mit My Genie’s genialem Grill. Wieder hatte ich auf den Hauptgewinn von 5.000 Dollar gehofft – und wieder nur den 2. Preis bekommen, einen nagelneuen Gartengrill; er liegt immer noch originalverpackt in meinem Schrank, neben T-Shirts, Baseballcaps, einem Kochbuch und Strandtüchern – alles Dinge, die ich im Lauf der Jahre gewonnen habe.

»Mhm«, antworte ich Mrs Schneckle, während sie Waschmittel in die Maschine gibt. »Mein Beitrag für den WaWa-Wettbewerb war: Mein Morgenwecker: das lecker-schmecker Spitzenbäcker-Riesensandwich

»Sehr gewitzt«, sagt Mrs Schneckle und stupst mit dem Finger gegen meinen Kopf. »Du hast da drin ein Superhirn, Benjamin. Wie behältst du bloß den Überblick über all diese Preisausschreiben?«

Ich zucke die Achseln. »Ich schreib’s mir jedes Mal auf, wo ich mitmache, und ob per Post oder online. Wenn ich dann im Forum die Gewinnernamen lese, streiche ich das Preisausschreiben von meiner Liste. Im Moment mache ich gleichzeitig bei etwa dreißig verschiedenen Gewinnspielen mit.«

»Toll!«, sagt sie.

Ihr Kompliment tut mir gut. »Meine Tante Abby hat auch immer an Preisausschreiben teilgenommen. Durch sie bin ich vor ein paar Jahren zu diesem Hobby gekommen, aber sie hat inzwischen aufgehört.« Ich wende mich zum Gehen. »Ich muss jetzt los und meinen Beitrag für den neuen EXZELLENT-Wettbewerb ausklamüsern, Mrs Schneckle. Diesmal will ich den 1. Preis gewinnen!«

Auf dem Weg nach oben höre ich sie aus dem Keller rufen: »Wenn du gewinnst, vergiss die kleinen Leute nicht!«

Lachend schließe ich die Wohnungstür auf, denn Mrs Schneckle ist selbst klein wie ein Heinzelmännchen. Obwohl ich in der siebten Klasse zu den Kleinsten zähle, bin ich immer noch größer als Mrs Schneckle.

Zu Hause werfe ich meinen Ranzen auf die Couch und lege meine ganzen Gewinnspiel-Utensilien auf dem Küchentisch bereit – Papier, Stifte, Umschläge und Briefmarken. Da fällt mir auf, dass etwas fehlt: Wenn ich einen hauptpreisverdächtigen Werbeslogan erfinden will, brauche ich etwas, das mich inspiriert … und zwar in diesem Fall Klopapier!

Ich hole sämtliche Rollen des miesen grauen Klopapiers aus dem Badezimmerregal und stapele sie mitten auf den Küchentisch. Schade, dass ich das gute Klopapier von Zahnstocher schon verbraucht habe.

Also schnappe ich mir eine Rolle des kratzigen grauen Zeugs und schreibe: Sei intelligent – nimm EXZELLENT. Hm … das ist lasch. Ich baue aus den Rollen eine Pyramide, starre sie an und schreibe: EXZELLENT – damit dir der Hintern nicht brennt. Uaaah.

Wie soll mir auch ein brillanter Slogan einfallen, wenn ich hungrig bin? Das Schulmittagessen hält schließlich nicht ewig vor.

Ich lege schon ganz frustriert den Kopf auf die Hände, als die Wohnungstür aufgeht.

»Mom!«

Ich hoffe, sie hat etwas Gutes zu essen mitgebracht. Allerdings kann ich fast drauf wetten, dass es wieder mal Pfannkuchen sein werden …

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3

Na, wie geht’s meinem Lieblingssohn?«, erkundigt sich Mom und stellt eine Imbiss-Schachtel vor mich hin.

Ich schiebe die Schachtel von meinem Blatt runter, denn ich rieche schon, was drin ist. »Ich bin dein einziger Sohn«, erinnere ich sie. »Und mir geht’s grandiosissimo.«

EXZELLENTissimo ist grandiosissimo!

Na ja.

»Ich brüte gerade über einem Slogan für EXZELLENT«, erzähle ich und zeige auf das Klopapier; dann tippe ich mir an den Kopf, um Mom darauf aufmerksam zu machen, dass sie immer noch ihr Papierkäppi von »Piggys Pfannkuchenhaus« trägt.

»Oh!«, sagt Mom, zieht die Haarnadeln heraus und reißt sich das Käppi vom Kopf. »Unglaublich, dass ich dieses bescheuerte Ding die ganze Zeit aufhatte, während ich in der Bibliothek gelernt habe.« Mom stopft sich das Käppi in die Hosentasche. »Kein Wunder, dass mich die Leute so komisch angeguckt haben.« Sie lässt sich auf einen Stuhl fallen. »Warum geht’s dir so grandios?«

»Grandiosissimo«, betone ich.

»Warum geht’s dir grandiosissimo?«

Mom riecht nach Ahornsirup und Schinken.

In Wirklichkeit geht’s mir gar nicht grandiosissimo. Ich habe Hunger und muss einen zündenden Slogan für dieses Preisausschreiben finden, aber mein Hirn ist Matsch. »Wie ging es heute mit dem Lernen?«

Mom lehnt sich zurück. »Na ja, Finanzbuchhaltung und Finanzberichterstattung sind nicht gerade prickelnde Themen.« Mom gähnt wie zum Beweis. »Aber ich bin drangeblieben, weil ich diese Prüfung einfach mit Bestnote bestehen muss.« Sie knufft mich spielerisch gegen die Schulter. »Stimmt’s?«

»Absolut«, erwidere ich. Mom muss das vierte Wirtschaftsprüferexamen bestehen, um ihre Zulassung zu kriegen. Dann wird sie eine gute Stelle als Wirtschaftsprüferin an Land ziehen, statt in »Piggys Pfannkuchenhaus« zu arbeiten. Das alles gehört zu Dads Großem Plan.

Dad hat sich den Großen Plan ausgedacht, bevor er krank wurde. Er hat ihn mit unserem Urlaub-in-Florida-Magnet am Kühlschrank befestigt und gesagt: »Dieses Dokument ist wie eine Verfassung. Es kann ergänzt und leicht abgeändert werden, aber die wesentlichen Punkte bleiben unberührt.«

Seither hat Mom in dem Großen Plan nur eine kleine Korrektur gemacht.

Großer Plan

1. Dad wird Überstunden machen, damit Mom für die vier Wirtschaftsprüferexamen lernen kann.

2. Mom wird alle vier Examen mit Bravour bestehen und ihre Zulassung erhalten.

3. Mit ihrer Zulassung und ihrer Berufserfahrung wird Mom eine tolle Stelle ergattern.

4. Dann wird Dad weniger arbeiten müssen und kann mehr Zeit zu Hause verbringen, um zu malen und mit seinem Lieblingssohn Benjamin abzuhängen.

Ergebnis: Mom und Ben werden ein schöneres Leben haben.

Obwohl der Große Plan schon lange an unserem Kühlschrank hängt, werfe ich jeden Tag einen Blick drauf, und er motiviert Mom und mich immer noch zum Durchhalten.

Mom küsst mich auf den Scheitel, der wahrscheinlich müffelt, weil wir in Sport heute anderthalb Kilometer laufen mussten und ich hinterher nicht geduscht habe. Solange Angus Andrews den gleichen Sportunterricht besucht, werde ich hinterher auf keinen Fall duschen. Der würde mir nur meine Kleider klauen und ins Klo stopfen oder sie aus dem Fenster werfen. Ich versteh einfach nicht, warum sie beim Sport Achtklässler mit Siebtklässlern mischen.

Angus hat schon Bartstoppeln, eine tiefe Stimme, stinkende Achselhöhlen und genug Haare darin, dass man einen Zopf draus flechten könnte.

Bis jetzt hab ich nur stinkende Achselhöhlen. Ist aber nicht so schlimm.

Mom schnappt sich mein Blatt und liest laut meine kläglichen EXZELLENT-Slogans ab. »Neues Preisausschreiben?«, fragt sie.

Ich zeige ihr die Teilnahmebedingungen.

»Wow, Benjamin! 10.000 Dollar? Ist ja der Hammer!«

»Ich hab durchaus Chancen«, sage ich.

»Zweifellos.«

»Und ich hab heute noch mehr Post bekommen.« Ich überreiche Mom den Gutschein für die vier kostenlosen Rollen Klopapier.

»Oooh!«, sagt sie. »Den löse ich das nächste Mal im Supermarkt ein.«

Es macht mich ganz glücklich, wenn Mom sich über etwas Kleines so freut. Vielleicht findet sie es ja genauso frustrierend wie ich, dass wir zu der billigen Marke wechseln mussten. Ich greife in meine Hosentasche. »Kannst du das hier brauchen?« Ich gebe ihr den Coupon für das WaWa-Riesensandwich, obwohl ich mir eigentlich am Wochenende so ein dickes, belegtes Baguette mit Zahnstocher teilen wollte, um mich dafür zu revanchieren, dass er immer sein Mittagessen mit mir teilt.

Mom drückt mir den Coupon in die Hand. »Nein, Ben. Den behältst du. Ich bin sicher, dass du ihn verdient hast.« Dann tippt sie mit dem Fingernagel auf die Schachtel. »Ich hab dir Pfannkuchen mitgebracht.«

»Echt? Da wär ich nie draufgekommen.«

»Die sind anders! Kürbis-Pekannuss. Eine spezielle Geschmacksrichtung für den Herbst.«

Ich öffne die Schachtel, esse einen winzigen Happen und mache die Schachtel wieder zu.

»Wahrscheinlich kannst du Pfannkuchen nicht mehr sehen«, murmelt Mom und lässt die Schachtel schnell verschwinden. »Die hängen uns ja beiden längst zum Hals raus. Mal schauen, was sonst noch da ist.«

Ich zeichne auf mein Blatt einen Pfannkuchen, der jemandem zum Hals heraushängt. Es sieht aus wie eine riesige Frisbeescheibe in einem Hundemaul. Deshalb nehme ich lieber an Wettbewerben teil, bei denen es um Worte geht, nicht um Bilder. Eigentlich sollte ich ja gut im Zeichnen sein, weil Dad es war – in Moms Schrank sind ein paar von seinen Bildern –, aber offenbar hab ich sein künstlerisches Gen nicht geerbt.

Mom kommt jetzt mit einem Teller voller Cracker zurück, die mit dünnen Scheibletten belegt sind. Hängt uns zwar auch zum Hals heraus, aber ich sage nichts.

Ich futtere ein paar Cracker und versuche, mir vorzustellen, es seien heiße, saftige Pizzastücke – ich liebe Pizza. Aber leider lässt meine Fantasie mich dabei im Stich.

Und noch mehr lässt sie mich jetzt anscheinend im Stich, wenn ich mir Ideen für einen Slogan ausdenken soll. Sei intelligent, nimm EXZELLENT, das jeder schlaue Kunde kennt. Öde. EXZELLENT, der aktuelle Trend. Hoffnungslos …

Als Strafe für meine lausigen Ideen und in der Hoffnung, ein paar bessere Einfälle hervorzulocken, haue ich mir eine Rolle des kratzigen grauen Klopapiers auf den Kopf. Am Ende gibt das noch Abschürfungen wegen der Holzsplitter!

»Wer gewinnt?«, fragt Mom, und Crackerkrümel fliegen ihr aus dem Mund. »Du oder das Klopapier?«

»Ich ganz sicher nicht«, maule ich und lege die Rolle zurück. »Mir fällt einfach nichts Gutes ein.«

»Lass mich mal die Teilnahmebedingungen lesen«, sagt Mom.

EXZELLENT-Toilettenpapier sucht nach einem neuen Werbeslogan. Erklären Sie in höchstens 25 Wörtern, warum EXZELLENT das weichste und zugleich widerstandsfähigste Toilettenpapier ist, das heute zu haben ist. 1. Preis: 10.000 Dollar

»Das sind ja mindestens 400 Dollar pro Wort«, meint Mom.

»… sagt die Finanzexpertin.« Ich stecke mir noch einen Cracker in den Mund und schlucke ihn lustlos runter. »Hast du dich schon fürs Examen angemeldet?«

»Heute Morgen«, sagt Mom. »Und es war nicht leicht, die 95 Dollar Gebühr lockerzumachen. Wenn ich meine Bestätigung bekomme, muss ich auch noch mal 190,35 Dollar zahlen, um mich überhaupt für den Test anzumelden.«

»Ich weiß, dass es teuer ist, Mom, aber …«

Sie streckt den Arm aus und berührt meine Hand. »Es gehört zum Großen Plan.«

Beklommen werfe ich einen Blick auf Dads leeren Küchenstuhl.

»Mach dir keine Sorgen, Benjamin.« Zuerst denke ich, Mom sagt das wegen Dads leerem Stuhl, aber dann fügt sie hinzu: »Ich hab das Geld extra für das Abschlussexamen angespart.«

Meine Schultern entspannen sich. »Gut.«

»Weniger gut ist das hier.« Sie klaubt eine Handvoll Münzen aus der Tasche. »Nur 37 Dollar Trinkgeld heute.«

Für mich hört sich das nach viel Geld an.

»Und nicht zu vergessen, dieses Kleckergeld hier.« Wieder greift sie in die Tasche und fördert zwei 25-Cent-Stücke zutage. »Irgendein Witzbold hat mein Trinkgeld in einer Siruplache liegen lassen. Ich musste es erst mal abwaschen.«

Ich presse die Lippen aufeinander, weil ich es so fies finde, dass meine Mom die Münzen aus dem klebrigen Sirup fischen musste!

Sie drückt den Handballen gegen die Stirn. »Mr Katz gibt mir noch einen Aufschub, um die Miete für diesen Monat zu bezahlen. Aber ich bin vom letzten Monat her noch im Rückstand und …« Sie klopft auf das Häufchen Münzen. »Wir schulden ihm also den größten Teil der Augustmiete und die kompletten 1.200 Dollar vom September. Unglaublich, wie schnell wir die Ersparnisse aufgebraucht haben, und Dads Arztrechnungen waren …« Mom zieht scharf die Luft ein. »Keine Ahnung, wie lange Mr Katz noch ein Auge zudrückt.« Sie verteilt das Geld auf dem Tisch. »Von dem hier brauche ich noch eine ganze Menge mehr, wenn …«

Es klopft an der Wohnungstür.