image

image

LD THOMPSON

Seelenfülle

Wege zum inneren Reichtum

Vorwort von Sabrina Fox

Aus dem Amerikanischen
von Sarah Heidelberger

image

Titel der amerikanischen Originalausgabe:

FIELDS OF PLENTY. A GUIDE TO YOUR INNER WISDOM

Copyright © 2013 by LD Thompson

Brandheiße Infos finden Sie regelmäßig auf:

www.facebook.com/AMRAVerlag

Besuchen Sie uns auf unserer Website:

www.AmraVerlag.de

1. Auflage 2014

Eine deutsche Erstausgabe im AMRA Verlag

Auf der Reitbahn 8, D-63452 Hanau

Telefon: + 49 (0) 61 81 – 18 93 92

Kontakt: Info@AmraVerlag.de

Herausgeber & Lektor

Michael Nagula

Textredaktion

Sabrina Fox

Inspiration Interior Design

John Brenner & Gina Mansfield

Layout & Satz

Birgit Letsch, Hanau

Einbandgestaltung

FrankIDesign, München

Druck

Clausen & Bosse

Die Originalausgabe erschien bei Divine Arts Media, einem Imprint

von Michael Wiese Productions, Studio City, Kalifornien, USA.

ISBN Printausgabe 978-3-95447-141-6

ISBN eBook 978-3-95447-142-3

Alle Rechte der Verbreitung vorbehalten, auch durch Funk, Fernsehen und sonstige Kommunikationsmittel, fotomechanische oder vertonte Wiedergabe sowie des auszugsweisen Nachdrucks.

Inhalt

Einführung

Vorwort des Autors

Einleitung

IDENTIFIZIERUNG MIT DER SEELE

Das von außen beeinflusste Ich

Angst als Möglichkeit wahrnehmen

Energieverlust

FREIWERDUNG

Das elektromagnetische Feld

Der Beobachter

Willenskraft

Das Gyroskop der Seele

HOFFNUNG VERANKERN

Vorgegebene emotionale Reaktionen

DIE PROPHETISCHE GEGENWART ERSCHAFFEN

Negative Assoziationen

Übung zur Identifizierung negativer Assoziationen

Die Quelle des Wissens

AKZEPTIEREN, WAS IST

Übung zur Auflösung von Blockaden im Körper

Die zehn Bewusstseinsebenen

Der Zweck des von außen beeinflussten Ichs

DNS: DIE LANDKARTE ZUR SEELE

Der Wunsch nach Einzigartigkeit

Rapport

Der Abdruck vollkommener Gesundheit

Alterung

Im heiligen Grenzland zu Hause sein

DNS-Meditation

Das Leben träumen

EMOTIONEN

Das limbische System

Der winzige Augenblick

Empathie

Das olfaktorische System

Die zellulare Wirkung von Emotionen

Das verborgene Potenzial

DIE KUNST LIEBEVOLLER BEZIEHUNGEN

Reines Sein

Magnetischer Zusammenhang

Göttliche Kreativität

Meditation zur bedingungslosen Liebe

Energiestrukturen

Das liebende Selbst

AN BODEN GEWINNEN

Die Ursache für Belastungen

Der Zugang zur Weisheit

Was denkst du gerade?

INTEGRIERUNG

Das von außen beeinflusste Ich unterbrechen

Präsent sein

Häufig wiederkehrende Emotionen

Der Hirnbalken

Übung zur Aktivierung des Hirnbalkens

Die Befehlskette

Übung zur Einrichtung einer Befehlskette

Die rechte Gehirnhälfte

SEELENFÜLLE

Danksagung

Über den Autor

Pressestimmen

image

Einführung

Fülle – das ist das, was wir uns wünschen. Damit assoziieren wir die Erfüllung aller unserer Wünsche, ein Leben in Leichtigkeit und ein Leben ohne Probleme. Wir hätten von allem genug. Sogar mehr als genug! Ist es das, was uns dieses Buch verspricht? Ist das jenes »Geheimnis«, um das erfolgreiche Menschen wissen? Ist das der »Trick«, den man vergessen hat, auch uns zu erzählen? Handelt es sich um verlorengegangenes altes Wissen, und wir sind einfach nur zu modern dafür?

Manchmal ist die Fülle in unserem Leben eine Fülle von Herausforderungen. Termine, die wir noch einhalten müssen; Projekte, für die immer noch kein Ende in Sicht ist; Menschen, die sich noch immer nicht so verhalten, wie wir es gerne hätten. Probleme, die immer wiederkommen. Ängste, die scheinbar unser Leben bestimmen. Auch das ist Fülle. Doch eine, die wir gerne abgeben würden.

Fülle ist ein einfaches Wort. Seelenfülle ist schon etwas komplizierter. Was genau will es mir sagen? Dass meine Seele immer in Fülle lebt und dass ich – als Mensch – das einfach nur verstehen muss? Oder heißt es, dass meine Seele alles hat und ich mich – hier in dieser menschlichen Erfahrung – eben mit dem begnügen muss, was ich bekommen kann?

Wenn Sie dieses Buch in Händen halten, dann sind Lebensfragen für Sie nichts Ungewöhnliches. Sie beschäftigen sich mit philosophischen und spirituellen Fragen und sind neugierig.

LD Thompson ist seit zwanzig Jahren ein enger Freund von mir. Ich kenne ihn, wie man einen Bruder kennt. Wir verbringen gerne Zeit miteinander, und ich habe ihn in vielen Situationen erlebt. Ich schätze seine Weisheit, seine Integrität und Offenheit. In jedem Leben gibt es eine Handvoll Freunde, mit denen man sich in der Tiefe seines Seins austauschen kann, oder vielleicht auch nur einen Freund. LD ist ein solcher Freund. Ein Seelenbruder mit Seelenfülle.

LD beschäftigt sich seit drei Jahrzehnten mit spirituellen Themen. Er weiß, wovon er spricht. Und er weiß auch, dass es keine Geheimnisse in der spirituellen Entwicklung gibt. Es gibt Hausaufgaben. Es gibt Übungen. Und immer wieder Situationen, die sich in unserem Leben wiederholen und in ihrer Wiederholung ein Geschenk für uns sind. Wenn etwas ständig wiederkommt, dann hat es etwas mit uns zu tun. Es gibt einen Grund, warum sich genau diese Situation ein ums andere Mal in unserem Leben zeigt. Wir wollen uns als Menschen entwickeln. Wir wollen verstehen. Und diese ständig wiederkehrenden Herausforderungen sind der Schlüssel dazu.

Seelenfülle ist nicht nur ein Buch zum Lesen. Es ist ein Buch zum Mitarbeiten. Immer wieder gibt es Gelegenheiten, innezuhalten, nachzudenken und sich Notizen zu machen über das, was man gerade erfahren hat. Das macht ein wichtiges Buch aus. Seelenfülle ist ein wichtiges Buch.

In vielen Büchern, die sich mit spirituellen Fragen beschäftigen, werden angebliche »Geheimnisse« besprochen. Es gibt »das EINE«, das alles andere auflösen wird. Es ist »das EINE«, das wir brauchen, um unser Leben zu verbessern und glücklicher zu werden. Das glaube ich nicht.

Unser Leben ist komplex, und in dieser Komplexität gibt es viele Faktoren, die zusammenwirken. Wie eine funktionierende Familie nicht aus einem Oberhaupt besteht, das alles bestimmt, so gibt es auch in unserem Wachstum nicht nur eine Sache, die verstanden werden muss. Mit der Fülle ist es genauso. Fülle kann man sich nicht wünschen. Fülle kann man uns nicht schenken. Fülle kann man sich nicht einfach so nehmen. Fülle wird verstanden und jeden Tag aufs Neue geübt.

Ein spirituelles Leben ist immer ein aufmerksames Leben, und wie bei allem, was nicht benutzt wird, kann man es vergessen. Ich habe vor Jahren Italienisch gelernt. Ich sprach fast täglich Italienisch. Ich übte, war viel in Italien, und mein Wortschatz wurde besser. Drei Jahre lang. Dann war mein italienisches Abenteuer vorbei. Die nächsten vier Jahre war ich kaum noch in Italien, und ich vernachlässigte meine Übungen. Was ist jetzt von meinem Italienisch übrig? Ich kann mein Essen in der Landessprache bestellen und weiß komischerweise noch, was Wasserhahn auf Italienisch heißt: rubinetto. Gelegentlich steigt ein Wort aus der Tiefe meiner Erinnerung nach oben. Reicht es für ein Gespräch? Nein. Reicht es, um mich verständlich zu machen? Nicht wirklich.

So geht es uns auch mit unserer spirituellen Wachsamkeit. Es braucht tägliches, regelmäßiges Training. Eine immerwährende Erinnerung. Und gelegentlich hilft uns dabei ... Angst. Angst? Sie wollten ein Buch über Fülle lesen. Mit Angst hat das überhaupt nichts zu tun. Ist das nicht negatives Denken? Ziehen wir damit die Angst nicht geradezu an? Sollen wir nicht alle »angstfrei« sein? War das nicht das Ziel ... neben der Fülle natürlich? Aber Angst ist praktisch. Nicht nur, wenn es brennt und wir schnell das Haus verlassen müssen. Angst bringt uns weiter. Es war die Angst, sich in einem fremden Land nicht ausdrücken zu können, die mich Italienisch-Vokabeln lernen ließ. Es war die Angst, in meinem Leben zu scheitern, die mich gezwungen hat, meine Augen zu öffnen. Es war die Angst davor, jeden Morgen mit einem schweren Kloß im Magen aufzuwachen, die dazu führte, dass ich meine Lebensumstände überprüfte.

Angst bringt uns zur Fülle. Sie ist nicht selten unser Motor.

In Seelenfülle gibt es viele Sätze, die berühren und die unser Wissen vertiefen. Viele von uns haben zum Beispiel Angst vor der Angst. Dazu finden Sie in diesem Buch Klarheit: »Wenn du Angst empfindest, bist du weder gestrauchelt noch unfähig oder ein Feigling. Sie kennzeichnet keinen Mangel an Erleuchtung. Sie ist ein Werkzeug zur Selbsterkenntnis. Wenn du deine Ängste voll und ganz akzeptierst – sie einfach annimmst –, bietet sich dir die Möglichkeit, den Plan deiner Seele für dieses Leben zu erkennen. Immer wenn du von deiner Seele zu einer Angst oder Abhängigkeit angerufen wirst, setzt zu damit einen Prozess in Gang, der dich schließlich zu der Anmut führen wird, die du suchst.« Angst bringt uns zur Anmut. Ein schöner Gedanke und in meinem Leben wahr und oft überprüft.

LD schreibt von seinen Erfahrungen mit seinem Lehrer Solano. Solano ist auch mein Lehrer, und von ihm habe ich eine wichtige Weisheit erfahren: Alles in meinem Leben ist zu meinem Vorteil. Ob es mir passt oder nicht.

Es gibt nicht viele Lehrer, die so authentisch und offen über ihre eigenen Herausforderungen sprechen. LD sagt uns nicht, dass er immer und jederzeit alles, was er weiß, perfekt einsetzt. Er erzählt uns von seinen Herausforderungen und davon, wie er mit Hilfe des Wissens, das er hier mit uns teilt, diese Hürden – diese Seelenhausaufgaben – überwindet; nicht nur überwindet wie eine Krankheit, von der man froh ist, dass man sie hinter sich hat, sondern voller Dankbarkeit für die Herausforderung und mit mehr Weisheit, mehr Verständnis, mehr Klarheit.

Heute bin ich dankbar für das Wissen, das uns in Seelenfülle und auch in LDs vorherigem Buch Was die Seele sieht vermittelt wird. Alles, was sich uns zeigt, ist für unser Wachstum zuständig, und wir haben die Wahl, es anzunehmen, um damit unser Leben in Anmut zu gestalten. Wird es ab morgen perfekt sein? Nein. Perfektion ist nicht das Ziel. Dies hier ist ein Abenteuer. Manchmal anstrengend, manchmal extrem erfüllend.

Der ernsthaft spirituell Interessierte sieht es als Studium. Das Leben und unser Wachstum sind nicht einfach und andererseits doch ganz simpel. Aber dazu muss man wie ein Koch seine Lebensmittel kennen und sie so zubereiten, dass die Tomaten nicht zermatscht werden und die Butter nicht zu heiß wird. Erst dann entfaltet ein Gericht sein bestes Aroma.

Das gilt auch für uns. Unser Aroma, unser Seelenduft, zeigt sich in der Welt, die wir mitgestalten. WIR gestalten diese Welt zusammen. Und je mehr von uns aufmerksam und sorgfältig sind, desto aufmerksamer und sorgfältiger wird unsere Umgebung sein.

Dies ist ein Buch, das ich Ihnen ans Herz legen möchte. Es hat mich begeistert und wird mich immer wieder begeistern, denn es ist nicht nur zum einmaligen Lesen da, sondern zum Erinnern ...

Herzlichst,
Sabrina Fox

Vorwort des Autors

Dieses Buch ist eine Anleitung zur Bewusstwerdung darüber, was Sie in Ihrem Leben manifestieren. Indem Sie verstehen, was Sie manifestieren und warum, öffnen Sie die Tür nicht nur zu einem tiefen und umfassenden Verständnis für den Weg, den Ihre Seele für Ihr Leben vorgesehen hat, sondern auch für die Erfahrung der Fülle – des Überflusses –, derer sich die Seele in jedem einzelnen Augenblick bewusst ist.

Präsentiere ich Ihnen all das aus dem Blickwinkel eines »Experten«, eines »erleuchteten« Geschöpfes? Ganz und gar nicht. Ich bin Lehrer und Berater. Einfach nur ein weiterer Mensch, der hier auf der Erde lebt. Ein noch nicht abgeschlossenes Projekt. Ich habe einen spirituellen Führer, Solano, den ich konsultiere und an dessen Weisheit ich teilhaben darf. Er ist mein Kompass, und über die Jahre ist er das auch für viele andere geworden. (In meinem Buch Was die Seele sieht: Wege zum inneren Frieden beschreibe ich detailliert meine erste Begegnung mit Solano und wie sie mein Leben für immer veränderte). Vor allem aber bin ich ein Schüler. Ich habe mir einige Fähigkeiten angeeignet. Mein Leben ist stärker von Frieden geprägt als früher, als ich jünger war. Aber das verleiht mir nicht die Berechtigung zu sagen, ich sei »erleuchtet«. Ich denke, der Tag, an dem ich das von mir behaupten kann, wird der Tag sein, an dem mein Studium hier auf Erden beendet ist.

Wenn ich mich tief in eine Meditation versenkt habe – der Ort, an dem ich Solano begegne –, erhalte ich Zugang zu einer Weisheit, die weit über mein eigenes Gewahrsein hinausgeht. Sie können dieses Phänomen gern so nennen, wie Sie möchten – ich selbst bezeichne es als ein Verschmelzen mit dem göttlichen Geist. Wer oder was Solano ist, ist für mich in gewisser Weise irrelevant und letztlich auch bedeutungslos für die Informationen, die ich hier mit Ihnen teile. Was zählt, ist, dass seine Weisheit praktisch und geerdet ist. Solano beschreibt sich selbst folgendermaßen: »Ich bin das Eine, so wie jeder von euch das Eine ist. Alles, was ist, entspringt der einen Quelle. Es gibt kein Getrenntsein, außer in der Kreativität all der Seelen, die den Zustand der Singularität – der Einzigartigkeit – erforschen.«

Ziel dieses Buches ist es, den Plan Ihrer Seele für Ihr Leben zu enthüllen. Wenn Sie beim Lesen ein Gefühl der Wachheit und der Ermächtigung überkommt – der Eindruck, Sie wären zu tieferem Verständnis und größerem inneren Frieden in der Lage –, und wenn Sie in diesen Worten einen praktischen und anwendbaren Wert erkennen und Sie Ihr Leben mit ihrer Hilfe als reichhaltiger erfahren können, dann liegt das einzig an Ihnen. Es liegt daran, dass Sie bereit waren, eine Veränderung vorzunehmen, die Ihre Erfahrung hier auf Erden verbessert.

Die Grundbotschaft auf diesen Seiten lautet, dass wir umgeben von Überfluss existieren. Denn alles, was die Seele kennt, ist Überfluss – ist »Fülle«. Hier sollen Sie lernen, eine Verbindung zu diesem Wissen aufzubauen. Die Seele ist ewig und von unendlicher Intelligenz. Von ihrem Standpunkt aus ist alles, was wir hier erfahren, reines Potenzial – Gott, der sich um uns herum manifestiert, um das Verlangen der Seele nach Weisheit zu erfüllen.

Jetzt, in diesem Augenblick, lebst du in Fülle – deine Seele kennt nichts anderes als Fülle.

– Solano –

image

image

Einleitung

Verluste, egal welcher Größenordnung, sind ein guter Zeitpunkt, um seine Prioritäten zu überdenken. Ich habe über dreißig Jahre lang als Lehrer und Berater gearbeitet. Häufig helfe ich anderen dabei, mit genau solchen Krisen zurechtzukommen – dem Verlust eines geliebten Menschen, dem Verlust finanzieller Sicherheit oder einfach nur dem Verlust von etwas, das sie als Selbstidentität wahrgenommen haben.

Aber anderen zu helfen macht mich keineswegs immun gegen den Schmerz meiner eigenen Verlusterfahrungen.

Ich hatte einmal eine ausgesprochen bezaubernde Klientin. Aufgrund ihrer Hingabe an die Wahrheit und ihre spirituelle Entwicklung verspürte sie den Wunsch nach häufigerem Austausch mit mir. Während sie durch die unruhigen Wasser von beruflichem Erfolg und persönlichen Ambitionen steuerte, begann sie, sich auf Solanos Weisheit und den Trost zu verlassen, den sie in meiner Beratung fand.

Unsere Beziehung wurde zu mehr als nur der zwischen Berater und Klient. Ich wurde Teil ihres Freundes- und Familienkreises. Ihre Karriere begann zu gedeihen, und gemeinsam erlebten wir viele frohe Augenblicke und Anlässe zum Feiern. Unser Miteinander hatte nicht nur emotionale, sondern auch finanzielle Auswirkungen auf mein Leben. Es war eine aufregende Zeit, doch sie wurde auch von Dramen überschattet, da die Emotionen meiner Klientin oft fragil waren.

Ich fühlte mich geehrt, in ihre Familie integriert zu werden – bis schließlich lange unterdrückte Familiendynamiken an die Oberfläche kamen, die die Beziehungen zwischen den Beteiligten infrage stellten. Bald war das Verhalten meiner Klientin gegenüber allen Menschen, die sie unterstützten, von Argwohn und Zweifel gefärbt – und zu diesen Menschen zählte auch ich.

Ein neuer Geschäftsführer empfahl ihr, sie solle ihr Beraterteam umorganisieren. Und obwohl ich von ihren Absichten wusste und ebenfalls der Meinung war, dass es an der Zeit für Veränderungen sei, traf es mich unvorbereitet, als ich einen Brief erhielt, in dem man mir mitteilte, dass ich in Zukunft von allen geschäftlichen Belangen ausgeschlossen sei.

Wir hatten erst am Vorabend miteinander gesprochen, und ich hatte ihr allen Trost gespendet, den ich aufbringen konnte, um ihr durch diese teilweise schmerzhafte Phase der Veränderung zu helfen. Sie entließ ihre Familienmitglieder, die alle auf ihrer Gehaltsliste gestanden hatten. Sie war müde und deprimiert, und so sagte sie verständlicherweise unsere Verabredung zum Abendessen für diesen Tag ab.

Am folgenden Tag rief ich sie an, um über den Brief zu sprechen, doch ihre Telefonnummer war abgestellt worden. Auch ihre Emailadresse hatte sich geändert. Ich erhielt keinerlei Nachrichten mehr von ihr und hatte auch selbst keine Möglichkeit, sie zu kontaktieren. Mittlerweile sind viele Jahre vergangen.

Für mich war diese Verlusterfahrung natürlich tiefgreifend. Und doch musste ich verstehen, was es daraus für mich zu lernen gab: das Loslassen von Identität und Bindungen, an denen ich festgehalten hatte. Demut. Und eine der schwersten Lektionen überhaupt – das Gefühl des Verrats zu überwinden. Doch auch nachdem ich all diese Lektionen durchlaufen hatte, spürte ich, dass da noch mehr war, an das ich aber nicht herankam, weil ich mich nach wie vor zutiefst verunsichert fühlte.

Kurz nach diesen Ereignissen kehrte ich in die Stille und Schönheit des Nordwestens zurück, auf die San Juan Islands, wo ich mich auf mich selbst besinnen wollte und die Antworten auf die Fragen, die ich mir – das wusste ich – nun stellen musste, deutlicher würde hören können. Meine finanzielle Lage war in dieser Situation ausgesprochen unsicher, weil ich mich auf eine Arbeit verlassen hatte, die nun nicht länger gefragt war.

Als ich am ersten Morgen auf der Veranda des Otter Cottage saß und den Sonnenaufgang über dem Peavine Pass beobachtete, versenkte ich mich in stille Meditation und bat um Rat.

Ich konnte Solanos Stimme ganz deutlich hören: »Mein Freund, in einem Zustand der Fülle zu leben bedeutet nicht, das zu manifestieren, was du zu wollen glaubst. Es bedeutet, das zu verstehen, was du manifestierst, weil es das ist, worum du wirklich bittest, entweder bewusst oder unbewusst.«

»Du sagst also, dass ich um diese Situation gebeten habe«, erwiderte ich nicht ohne einen Anflug von Bitterkeit.

»Alles, was sich manifestiert, manifestiert sich in Übereinstimmung mit deinem wandelnden Gebet – dem Bewusstsein, in dem du verankert bist. Dein Bewusstsein ist die Summe mehrerer Elemente: deiner Gedanken, deiner Überzeugungen, deiner genetischen Blaupause, die von deiner Seele gestaltet wird, und dem Lehrplan deiner Seele, also dem, was deine Seele in diesem Leben lernen möchte.«

»Aber das lässt sehr viel Raum für Dinge, die sich meiner Kontrolle vollständig zu entziehen scheinen«, merkte ich an.

»So kann man es natürlich sehen, besonders, wenn man es durch die Augen des begrenzten und von der Kultur geprägten Verstandes betrachtet. Aber wenn du dich mit deiner Seele identifizierst – damit, was du deiner wahren Natur nach bist –, dann wirst du erkennen, dass alle Probleme, mit denen du dein Leben lang zu kämpfen hattest, in dieser Herausforderung gebündelt vor dir liegen. Du hattest den Eindruck, in gewisser Weise angekommen zu sein. Du hattest mehr erreicht als all deine Vorfahren. Du hast angefangen, dich auf eine irdische Weise mächtig zu fühlen. Du hast Freundschaften und langbewährte Verbindungen verfallen lassen. Du bist in eine Art Trance geraten, in der dir die Angst des von außen beeinflussten Ichs vor Einsamkeit und Isolation vollkommen fernlag. Betrogen, verlassen und gedemütigt werden, auf eine Weise gesehen zu werden, die nicht deiner Selbstwahrnehmung entspricht – all diese Themen liegen in dieser Herausforderung vor dir. Und sie alle sind dir schon lange als Bestandteil deines Lehrplans für dieses Leben bekannt.«

»Mit anderen Worten«, sagte ich, »ich habe lange und hart gearbeitet, und jetzt gehe ich wieder zur Schule. Aber diese ganze Sache gibt mir das Gefühl, ich würde in alten Mustern feststecken und wäre dazu verdammt, sie ständig zu wiederholen.«

Seine Antwort war kurz und bündig: »Du bist bewusst wieder zum Lehrplan deiner Seele zurückgekehrt. In Wahrheit bist du niemals wirklich von ihm abgekommen. Du hast einfach nur einen Weg eingeschlagen, der dich eine Zeitlang in Trance versetzt hat. Fast alle Menschen tun das früher oder später einmal. Beispielsweise, wenn sie sich verlieben und glauben, sie wären nicht mehr allein, nur um schließlich herauszufinden, dass das Objekt ihrer Liebe in Wahrheit nur ein Spiegel ist, der ihnen zeigt, in welchen Bereichen es ihnen an Selbstliebe mangelt und wo ihr Verständnis für ihr Einssein mit dem Göttlichen nicht ausreicht. Du steckst nicht hoffnungslos fest. Nein, dir wird vielmehr wieder einmal eine Möglichkeit zur Bewusstseinsverschiebung geschenkt.«

Solano nutzt den Begriff »unendliche Intelligenz«, um das »Göttliche« zu beschreiben. Er spricht synonym vom »göttlichen Verstand«, der »göttlichen Weisheit«, der »Quelle«, der »universellen Intelligenz« und »Gott«.

Ich setzte mich etwas aufrechter hin. »Na gut, dann gehe ich also wieder zur Schule. Diese Angelegenheit hat meine volle Aufmerksamkeit. Als Ergebnis wünsche ich mir die Mittel dafür, all die Lücken zu schließen, die verursacht haben, dass ich mich in dieser Situation befinde.«

Solanos Worte haben mir immer Trost geschenkt und oft auch Enthusiasmus für das, was vor mir liegt. Diesmal war es nicht anders. »Das ist angemessen. Wir werden mit der Lücke in deinem Verständnis von Überfluss beginnen. Außerdem werden wir Emotionen und Liebe, Genetik, das von außen beeinflusste Ich und die Weise untersuchen, auf die es erschaffen wird, und wieder einmal ergründen, wie man sich mit seiner Seele identifiziert und so die Integrierung von Seele und von außen beeinflusstem Ich herbeiführt. Lass uns mit dem Grundverständnis dafür beginnen, wie deine Erfahrung der Realität zustande kommt ...«

Identifizierung mit der Seele

image

 

Identifiziere dich jetzt, in diesem Augenblick, mit deiner Seele. Betrachte alle Dinge in deinem Leben aus der Seelenperspektive. Verkünde jetzt, in diesem Augenblick, dass deine strahlende unendliche Intelligenz – deine Seele – das Kommando über dein Leben führt.

– Solano –

image

image

Das von außen beeinflusste Ich

Der Schlüssel zu einem Leben in Fülle liegt darin, sich mit seiner Seele zu identifizieren. Dies wiederum kannst du erreichen, indem du akzeptierst, dass alles, was du erlebst, genau das ist, was du willst – indem du voll und ganz annimmst, was ist. Die Seele sieht einen Wert in jeder deiner Erfahrungen, weil sie weiß, dass sie ewig und unverletzlich ist. Das von außen beeinflusste Ich ist derjenige Teil von dir, der einige Dinge als weniger wünschenswert einstuft als andere. Manchmal kann es einfach nicht akzeptieren, dass du alles, was du erlebst, selbst erschaffen hast.