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Für Stef

1. Auflage

Copyright © 2014 beim Albrecht Knaus Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Satz: Uhl + Massopust, Aalen

ISBN 978-3-641-12404-5

www.knaus-verlag.de

978-3-641-62404-0.pdf

1. Kapitel

»Wohin?!!!«

Katharina kann tatsächlich mit drei Ausrufezeichen fragen. Sie ist atmende Orthografie.

»Nach Wolf Burg?!!!«

Wieder drei Ausrufezeichen und in der Mitte eine Pause, die da nicht hingehört, als wären es zwei Wörter, Wolf und Burg, das »s« unterschlägt sie.

»Warum?« Sie wiegt ihren Kopf. »Es ist wegen ihr, oder?«

»Ja, wegen ihr«, antworte ich, und dann schweigen wir.

In die Stille hinein stelle ich eine Theorie auf, nämlich dass es drei Arten von Städten gibt. Erstens Städte wie Berlin, Köln oder Hamburg. Zieht man dorthin, dann bringt das als Reaktion ein klares: »Aaah!«

Dann gibt es Städte wie Rostock, oder Heidelberg oder Oldenburg. Teilt man mit, man ziehe dahin, dann heißt es: »Ach, aber ist ja schön da.«

Und dann gibt es Wolfsburg. Nichts ist wie Wolfsburg. Höchstens Sindelfingen. Wolfsburg ist VW, aber VW ist nicht Wolfsburg.

VW ist mehr, Wolfsburg ist, nun ja, Wolfsburg.

In Wolfsburg gibt es ein VW-Werk, nicht das VW-Werk, nur eins von vielen, und als Wahrzeichen hat es vier Schornsteine. Seit meinen Besuchen bei der Line weiß ich: Wolfsburg hat außerdem ein Schloss, was ich bislang aber noch nicht entdeckt habe, ein Automuseum, auch noch nicht gefunden, und ein Einkaufszentrum, das ein Schiff sein soll. Das hab ich gefunden. Wenn Schiffe aus grauem Beton sind, dann ist es auch fabelhaft getroffen. Weshalb aber ausgerechnet in Wolfsburg ein Einkaufszentrum ein Schiff sein muss, das hat mir noch niemand erklären können.

Ich weiß also nicht viel über Wolfsburg, aber das soll sich ja nun ändern. Katharina hat ihre Ausrufezeichen wieder ein- und den Mund wieder zugeklappt. Jetzt hilft sie Kisten packen, ohne Fragen und hörbare Orthografie. Katharina ist erst gestern nach einem Jahr Südamerika nach Berlin zurückgekommen, und ich habe ihr vorher nicht zu beichten gewagt, dass ich umziehe.

Also umziehen hatte ich ihr schon geschrieben, aber Wolfsburg eben nicht. Auch so ein Indiz für meine Theorie mit den Städtearten.

»Du kannst mich ja mal besuchen«, schlage ich leichtsinnig vor.

»In Wolfsburg?!«

»Ja«, sage ich, ein bisschen unsicher.

»Ich? In Wolfsburg?! Ha.«

»Was soll das denn heißen?«, frage ich empört.

»Was?«

»Na, ha?«

»Ha ist Wolfsburg!«

»Warst du schon mal da?«

»Natürlich nicht!«

»Aha! Du warst noch nie da und sagst ›ha‹.«

»Aber das weiß man doch, wie es da ist.«

»Ach, das weiß man, ja?« Gleich hab ich dich, denke ich.

»Ist doch allgemein bekannt.«

»So, ist es?«

»Ja.«

»Und wie ist es da?«

»Na ja …«

»Siehste.«

»Ja nix siehste.«

Sie hockt sich vor eine Kiste, beugt sich darüber, und ihre Haare fallen ihr vors Gesicht. Sie streicht sie zur Seite, die Haare fallen zurück. Mit der Linken greift sie eines meiner eingewickelten Gläser. Ausgerechnet. Sie knallt das Glas in den Karton, es klirrt herzzerreißend. »Nach«, neues Glas, neues Scheppern, »Wolfsburg!« Und noch ein Glas. »Ausgerechnet!« Drei Gläser, da bin ich billig weggekommen.

Am nächsten Tag ist Umzug. Der Himmel ist von einem unverschämten Blau. »Au Scheiße«, sagt Christoph, »das wird heiß.« Ich hab ihn für acht Uhr bestellt, damit er um zehn da ist.

»Hast du alles vorbereitet?«, fragt er. »Ich hab nämlich keinen Bock bei einem Umzug, also wenn nicht alles vorbereitet ist, und so.«

Na, das sagt der Richtige, denk ich mir. Christoph und ich, wir haben eine lange Tradition von Umzügen. Also, genauer gesagt hat Christoph eine lange Tradition von Umzügen und ich meine Erfahrungen als Träger, Schlepper und Möbelspeditionenmitarbeiterberuhiger. Bei seinem ersten Umzug und meinem ersten Helfen sollte ich gegen acht da sein. Um zehn nach acht war ich auch da. Allein. Niemand sonst, kein anderer zum Schleppen, keine bezahlten Studenten, keine Möbelfirma, kein Christoph. Ich klingelte mir die Finger wund, erst Minuten später antwortete der Türsummer. Acht Treppen hoch, Christoph mit zerwühlten Haaren, verpennt an der Tür.

»Wassen los?«

»Wie wassen los? Einer von uns beiden hat heute Umzug.«

»Heute?« Er schaute lange und weit weg. »Ach ja.«

In der Wohnung sah es aus wie immer.

»Äh«, machte ich. »Hast du nix …?«

»Geht doch erst um zehn los. Ich mach jetzt erst mal Kaffee, und dann besorg ich Kartons. Ihr könnt dann schon mal anfangen, die großen Sachen runterzutragen, und ich pack währenddessen dann die kleinen. Kommen ja genug Leute.«

Genug Leute waren übrigens zwei. Also insgesamt. Seine Freundin Silke und ich. Vier Zimmer voll Zeug, das natürlich alles mitmusste. Aus dem vierten in den vierten Stock. Zwei Straßen weiter. Siebzehn Stunden hatte es gedauert, und nach vier Monaten war er wieder ausgezogen. Das ist Christoph.

»Sind die Kartons auch richtig gepackt?«, fragt er jetzt.

»Wie, richtig?«, frage ich. »Sie sind gepackt.«

»Na, nicht so voll. Und überhaupt, wieso helfen wir nur beim Auszug?«

In Christophs Welt ist es schwer vorstellbar, aus Berlin wegzuziehen.

»Ach, äh«, druckse ich, »dachte, reicht doch, wenn ihr schon beim Runtertragen helft … hoch ist ja auch schwerer.«

Christoph ist faul und langsam und schnell beleidigt, aber nicht doof.

»Soso«, macht er und kratzt sich mit den Fingern über seinen Bauch. Der ist verborgen unter einem fast weißen Shirt, auf das er mit Marker »makeloz« gekritzelt hat.

Katharina ist auch da und wirft mir im Vorbeigehen einen Blick zu, der »Oh, oh, du hast es nicht gesagt« bedeutet.

Ich schüttele ganz leicht den Kopf, sie verdreht die Augen, ich lege den Finger an die Lippen, und Katharina nickt.

Dann sagt sie sofort laut: »Wolfsburg.«

Christoph macht so was wie: »Wää?«

»Wolfsburg«, sage ich. »Ich ziehe nach Wolfsburg.«

»Oh, nee.« Christoph setzt sich auf einen Karton, irgendwas darin knirscht verdächtig. Ungerührt lehnt er sich zurück.

»Und wann wollte der Herr uns aufklären?«

Oh, er ist in der dritten Person, denke ich.

Katharina steht in der Tür. »Das ist mal eine wirklich gute Frage«, sagt sie und verschränkt die Arme.

»Ich weiß gar nicht, was du hast, du wusstest es doch«, gebe ich zurück.

»Wieso wusste die das?« Christoph scheint sich nicht ganz sicher, was ihn mehr empört, dass er es nicht wusste oder Katharina vor ihm.

»Meine Güte, jetzt stellt euch mal nicht so an, Wolfsburg ist zwei Stunden weg von Berlin, mit dem Zug sogar nur eine«, sage ich.

»Jaa«, entgegnet Christoph, geht zum offenen Fenster, zieht geräuschvoll die Nase hoch und spuckt nach unten. Proteste schallen hoch. Ungerührt fährt er fort: »Das mag ja stimmen, aber als dein Freund frage ich dich: Hast du dir das gut überlegt? Wolfsburg?«

Katharina kuckt triumphierend von der Tür, ich verziehe den Mund. »Herrgottnochmal, so schlimm ist es da auch nicht«, entgegne ich. Dieses wissende Wolfsburg-aha-Gerede geht mir allmählich auf den Geist. Ich bemerke, dass ich die Stadt schon aus Trotz verteidige, obwohl ich wirklich nicht weiß, worauf ich mich da einlasse.

»Nicht schlimm?«, tönt Katharina. »Im Gegensatz zu was nicht schlimm? Pest und Cholera?«

Christoph setzt sich zurück auf den Karton, es knirscht erneut.

»Schlimm«, sagt er dann verträumt. Er schaut zur Tür mit Katharina und weist dann mit dem Daumen auf mich. »Ach«, sagt er dann, »dauert nicht lange, dann haben wir wieder einen Einzug. Und so lange wollen wir ihm doch was gönnen.«

»Not und Elend?«, schlägt Katharina gehässig vor.

»Nein, nein«, antwortet Christoph, »soll der gute Junge doch mal ein bisschen sparen.«

»Was soll ich denn sparen?«, frage ich.

»Kfz-Steuer«, sagt Christoph.

»Kfz-Steuer?« Wieso wiederhole ich eigentlich dauernd seine Sätze?

»Ja, ist doch da alles Betriebsgelände.«

»Betriebsgelände?« Schon wieder.

»Ja, auf Betriebsgelände muss man keine Kfz-Steuer zahlen. Oder haben die in Wolfsburg noch ’ne Stadt außerhalb vom VW-Gelände? Hehe.«

»Sehr lustig«, sage ich.

»Ja, ne?«, antwortet er.

Am Mittag ist alles verladen, und ich bin auf dem Weg. Wir hatten uns umarmt, voneinander verabschiedet und uns angelogen, uns nämlich gegenseitige Besuche versprochen. Bald.

Jetzt sind die Fenster runtergekurbelt, und meine Haare peitschen mir immer wieder in die Stirn. Ich rauche und höre Jonie Mitchell, »Prisoner of the White Lights on the Freeway«. Passt. Obwohl der ja eher für die Nacht geschrieben ist und nicht für Sonne und die A Zwo. Passt trotzdem.

Radio hören geht jetzt nämlich nicht mehr. Mein Berliner Sender war immer schwächer geworden, erst schwankend, dann immer mehr knisternd und rauschend. Wie an einer letzten unsichtbaren Verbindung hatte ich trotzdem daran festgehalten. Erst als die Musik auch mit bestem Willen kaum noch zu erkennen und letztlich mehr eine Ahnung war, gemischt mit einem infernalischen Schnarren, hatte ich aufgegeben. Jetzt ist also auch das letzte Band in mein altes Leben zerrissen. Die Sender hier hören, das geht einfach nicht, denn hier ist das Reich der dunklen Herrscher, RTL und MDR.

Die einen versprechen »den neuen Sound im Radio« und spielen doch nur abgedroschenes Gelump. Die anderen versprechen »die größten Hits« und spielen auch nur abgedroschenes Gelump. »Gelump« ist gerade eines meiner Lieblingswörter. Andere Lieblingswörter sind Firlefanz, Mumpitz und Schnulli. Gewechselt auf CD hab ich, nachdem ich ein paar Mal angeschrien wurde mit »Yippieh, endlich Sonntag!«. Auf beiden Sendern. Ich konnte hin und her schalten, die Kennung auf dem Radiodisplay änderte sich, sonst kein Unterschied. Was ist das nur für ein Schnulli/Mumpitz/Firlefanz, wenn die Menschen im Radio den Menschen vorm Radio erzählen müssen, wie es ist, den Sender zu hören. Das wäre ja in etwa so, als hätte ein Schuhverkäufer seit Jahrzehnten die gleichen Botten im Regal stehen und würde einen trotzdem aus seinem Laden anbrüllen: »Frische Schuhe!« Oder: »Hier gibt’s die frischesten Schuhe der Achtziger, Neunziger und die besten von heute!«

Obwohl, wer weiß, wenn man es nur oft genug wiederholt? Glauben die ihr Yippieh im Radio selber? Ich vermute nein, und bevor mir noch übler wird, also lieber CD.

Die Elbbrücke. Links liegt Magdeburg, auf der anderen Seite pures Sachsen-Anhalt. Die Sonne flimmert und blendet mich. Ich fahre auf der rechten Spur mit etwa achtzigeinhalb, mehr gibt der Miet-LKW nicht her, obwohl ich das Gaspedal bis zum Bodenblech durchgetreten hab. Tucholsky hat mal so was gesagt wie: »Der Deutsche fährt Auto, um recht zu haben!« Das mag wohl stimmen, aber ich finde, der Deutsche aus Sachsen-Anhalt fährt Auto, um zu kucken, wie lange er hält. Als gäbe es einen Wettkampf: »Isch will ooch soon schigges Straßenkreudz wie dor dote Dobbias.«

Menschen hinter getönten Scheiben schneiden meinen LKW oder fahren so dicht aufeinander auf, dass ich Schwierigkeiten habe festzustellen, wo der eine anfängt und der andere aufhört. Die wollen alle fliegen und wickeln sich dann doch nur um Leitplanken. Später.

Mein Telefon klingelt, die Liebste. »Claire?«, sage ich. Also eigentlich sage ich: »Klääre?«

»Wolfgang?«, antwortet sie, das Spiel beginnt. Ich heiße übrigens nicht Wolfgang, sie nicht Claire.

»Wusstest du eigentlich, dass Seepferdchen zur Homosexualität neigen?«, fragt sie.

»Hab davon gehört«, antworte ich vorsichtig.

»Jedes dritte ist schwul. Jaha.«

»Oo-key«, mache ich. »Ist mir was entgangen, was ich wissen sollte über dich?«

»Nicht über mich, über dich.«

»Aha?«, sage ich. »Ich weiß nicht, ob du’s bemerkt hast, aber ich bin kein Seepferdchen. Und schwul auch nicht«, schiebe ich noch schnell nach. Nur keine Vorlage bieten.

»Nicht?«, fragt Claire, die eigentlich Line heißt und noch eigentlicher Caroline.

»Nein«, antworte ich. »Aber wusstest du, von Seeigeln kann man nur die Geschlechtsteile essen, also nur die Gonaden und die Ovarien?«

»Oh, das ist gut zu wissen«, sagt Line, »ich hab mich schon gefragt was ich dir morgen kochen soll, so nach dem Einzug.«

»Ja«, sage ich, »Seeigel ist gut. Paniert am besten. Esse ich eigentlich immer beim Umzug.«

Ich stocke.

»Wieso morgen?«, frage ich dann. »Heute ist der Umzug.«

»Nee, nee, nee, heute ist Samstag, morgen ist der Erste und Sonntag, und morgen ist Umzug. Die Leute kommen ja auch erst morgen.«

»Ha!«, mache ich, »jetzt haste dich verraten.«

»Das mit den Leuten war zu viel?«

»Ja, das mit den Leuten war zu viel.«

»Miste«, sagt sie bestimmt. »Na dann komm mal nach Haus. Hier ist übrigens Orkan. Und Wind weht auch.«

Dann legt sie auf.

Nach Hause, wie das klingt.

Autobahn, Autobahn, Autobahn, dann Kreuz Königslutter, dann der Abzweig Wolfsburg. Ein bisschen Land noch und dann geht Wolfsburg los. Neubauten mit Autobahn und darauf viele VWs. Ist einen BMW sein Eigen nennen eigentlich ein Kündigungsgrund für VW-Mitarbeiter? Ich fahre vorbei an alten Neubaugebieten, an noch älteren und ganz neuen Neubaugebieten. Überall Plattenbauten. Es hat eine Weile gebraucht, um zu begreifen, dass Wolfsburg anders ist als die anderen Städte, die ich kenne.

Beim ersten Mal, als ich hierherkam, hab ich mich nämlich noch gefragt, wo fängt denn jetzt die Stadt an, also die richtige, mit richtigen Häusern? Richtige Häuser sind alte Häuser für mich, also welche mit Geschichte dran. Ich finde das logisch, Line dekadent.

Da waren aber keine richtigen Häuser. Nur verschiedene Siedlungen, sozusagen das Übelste der Stadtplaner aus den Fünfzigern, Sechzigern, Siebzigern, Achtzigern und Neunzigern. Und das Hässlichste von heute. Wolfsburg ist grün, aber nicht schön. Oder wird das noch? Kann man sich auch eine Stadt schön saufen? Es muss werden, ich will bleiben und leben und entdecken. Die Entscheidung, mit Line zu leben und aufzuhören mit diesem eine Woche Berlin, ein paar Tage Wolfsburg, diesem ewigen Hin und Her, die war schnell gefallen: Line kann und will nicht weg aus Wolfsburg, und so heißt zu Line Ja zu sagen eben auch Ja zu sagen zu Wolfsburg.

Aber das Ja-Sagen ist Wochen her. Jetzt, während ich weiter in die Stadt fahre, die immer noch nicht wirklich begonnen hat, jetzt wird mir mulmig. »Komm mal nach Haus«, hat Line gesagt, aber dass dieser Betonhaufen wirklich mein Zuhause wird, kann ich mir jetzt gerade so gar nicht vorstellen. Mein »Sag Ja zu Wolfsburg!« wird eher zu einem »Mal kucken.« Na super, denke ich, fällt dir nicht eine Sekunde zu früh ein. Dann denke ich nicht mehr, sondern ärgere mich über einen Bengel, wahrscheinlich von Beruf Sohn, der offenbar Papas Touareg geliehen bekommen und nun beschlossen hat, »den Wagen mal so richtig auszufahren«.

Er überholt links und quetscht sich zwei Zentimeter vor mir so in die Lücke, dass ich heftigst in die Bremsen steigen muss. Hinten im Laderaum klirrt es so laut, dass ich mich frage, ob überhaupt noch was heil geblieben ist. Der Touareg hat schon wieder zwei Autos überholt, sich dann aber verschätzt und landet, nach erneutem Spurwechsel, hinter einem Opa mit Hut und altem Mercedes. Der bewegt seinen Wagen in etwa so rasant wie die Kontinentaldrift, und das Jüngelchen muss langsam fahren, ganz langsam. Ich schere links aus, klemme mich dicht hinter meinen Vordermann und lasse so Sohn und Touareg keine Chance dazwischenzukommen. Dann erschrecke ich. Oh Gott, es geht schon los, ich fahre auch Auto, um recht zu haben. Dann muss ich rechts raus, und da ist unsere Siedlung, der Steimker Berg. Obwohl Berg ein bisschen euphemistisch ist. Höhenunterschied zum Rest der Stadt maximal 50 Zentimeter, ab einem Meter würde es wahrscheinlich Steimker Gebirge heißen.

Der Steimker Berg ist so was wie das Nobelviertel der Stadt. Gebaut in den dreißiger Jahren; die erste Siedlung aus Stein. Die normalen VW-Malocher wurden in provisorische Holzbaracken gesteckt und bekamen erst später ihre feste Unterkunft. Herr und Frau Abteilungsleiter und höher in der Hierarchie durften gleich in was Richtiges ziehen. Am Steimker Berg gilt nicht »eine Etage, eine Familie«, wie in den meisten Wolfsburger Arbeitersiedlungen, hier gibt es Häuser mit zwei oder drei Etagen für eine Familie. Viele Reihenhäuser, alle hineingebaut in alten Baumbestand. Riesige Eichen, Linden und Birken. Große Birken, ich hab noch nie ältere gesehen. Alles ist akkurat, die Häuser weiß, die Fensterläden schwarz. Und ist tatsächlich mal etwas nicht gerade, dann ist das so gewollt. Ordentliche Unordnung also.

In Berlin gibt es Gegenden, da kann man vor lauter Graffiti die Farbe der Häuser drunter nur mit viel Mühe erkennen. Hier nichts, keine Schmiererei an den Wänden, kein Müll auf der Straße und die Bürgersteige blitzeblank. Vermutlich kann man davon essen.

Es ist, als hätte hier die gute alte Zeit, wo ’ne Mark noch ’ne Mark war und Brausepulver zehn Pfennig kostete, nie aufgehört. Gärten hinterm Haus, Blumen in Reih und Glied angetreten. Bestimmt gibt es Gerede, wenn einer seine Zwiebelreihe nicht ganz gerade gesetzt hat. Da lehnt sich dann samstags der Nachbar mit der Pfeife übern Gartenzaun, pafft einmal, verzieht das Gesicht, zeigt dann auf das botanische Versagen und sagt so was wie: »Na, das war wohl nix.« Ich vermute, die Leute aus den dreißiger Jahren leben immer noch alle hier und nennen ihren Nachtisch Kompott.

Nicht, dass auch nur einer davon zu sehen wäre jetzt, keine Menschenseele, nirgends. Normalerweise prügeln sich Leute darum, hier wohnen zu dürfen, hatte man mir erzählt, wer, weiß ich nicht mehr. Natürlich nur im übertragenen Sinne. Die Sage berichtet zwar von einer Klopperei am Steimker Berg, wohl in den späten Sechzigern, angeblich irgendeine Frauensache, aber ich halte das für einen Mythos, so als ob einer behaupten würde, er hätte die Telekom-Hotline angerufen und sofort einen dran gehabt, der ihm auch noch helfen konnte.

Ich bin überzeugt: Hier haut man sich nicht die Nasen breit, hier wird man nicht mal laut. Das ganze Viertel schmeckt eher nach einer anderen Strafe. Hier schweigt man sich bestimmt an und grüßt nicht mehr. Aber trotzdem wollen alle hier wohnen. Also alle aus Wolfsburg. Zu unserem Haus sind wir aber dennoch schneller gekommen, als man »äh« sagen kann. Line und ich fuhren durch Wolfsburg, so eine Art Stadtrundfahrt, und kamen am Steimker Berg vorbei.

»Oh«, sagte ich, »hier sieht’s ja nett aus.«

»Steimker Berg«, hatte die Line geantwortet, »kannste vergessen, hier wohnt die hot Wolett.«

»Kenn ich die?«

»Kasparkopp.«

»Nee, im Ernst, hier könnte man es doch aushalten.«

»Hier kriegste nichts«, hatte Line behauptet, »die Maren hat mal auf ’ne Anzeige im Wolfsburger Kurier geantwortet, drei Zimmer und so weiter, hundertzwanzig Bewerber.«

»Oh.«

»Ja, oh. Als sie am nächsten Tag noch mal anrief, waren es schon zweihundert.«

»Oh«, machte ich noch mal. Dann fuhren wir aber doch ins Viertel und fragten das erste lebendige Wesen, das kein Eichhörnchen war, ob hier auch mal eine Wohnung frei werden würde. Das Wesen war eine Dame ungenauen Alters, welche in ihrem Vorgarten herumwerkelte. Sie hatte sich mühsam aufgerichtet, kurz nachgedacht und auf eine Tür auf der anderen Seite der Straße gewiesen. »Da, bei Frau, äh, Dings, wie heißt die noch, klingeln, na, die letzte Tür links.« Frau Dings hieß Frau Übel, war aber gar nicht so und hatte tatsächlich eine Wohnung beziehungsweise ein Haus, das in drei Monaten frei werden würde.

Wir gaben uns sehr nett, sie wollte Bedenkzeit, aber schon als wir zehn Minuten später bei Lines Wohnung angekommen waren, klingelte das Telefon. Glück ist Geschick. So kamen wir an ein Häuschen in der schönsten Ecke, der schönen Ecke von Wolfsburg. Ein Haus mit Garten und freiem Blick über Felder bis hin zum Wald. Ohne das Haus wäre ich nicht auf dem Weg mit dem LKW.

Es rumst. »Wow«, mache ich. Es gibt hier doch was Neues am Steimker Berg. Schlaglöcher, und was für welche, richtig ausgewachsene. Wir Menschen sind ja die einzige Spezies, die sich Dinge anschaut, die nicht da sind. Und so hört man ziemlich häufig Sätze wie: »Also hier hat früher mal das Hotel zur Post oder ’ne Zuckerrübenfabrik gestanden.« So etwas finde ich selten dämlich und kucke schon aus Gnatz nicht hin. Aber diese Löcher hier, die ja auch nur Leere mit Resten von Straße drum herum sind, die muss man gesehen haben. Irgendwie erinnert das Ganze an die »Unendliche Geschichte«. Da spielt ja auch das sich ausbreitende Nichts eine große Rolle. Und dann bin ich da.

Die Line steht vor dem Haus, mitten zwischen zwei Birken, warmer Wind von links, ihre Haare wehen, sie lächelt, und ich, ich bin glücklich. Ja. So einfach ist das.

Die Line beugt sich vor, legt ihre Hände auf die Knie und ruft laut über die Straße, »Ja, wer ist denn da? Ja, hallo! Ja, komm doch mal her! Ja, super! Fein machst du das!«

Ich baue mich vor ihr auf und salutiere zackig: »Kraftfahrer Jan Maischkat meldet sich zur Stelle.«

»Zusteller?«

»Äh, irgendwie ja.«

Die Line macht ihren Mund spitz. »Hm. Irgendwelche Vorkommnisse, Kraftfahrer Maischkat?«

»Melde gehorsamst: eine Katze, zwei Igel und einen halben Radfahrer erlegt!«

»Ein halber Radfahrer?«

»Der konnte ausweichen.«

»Tss, tss«, macht die Line, und dann küsst sie mich, so weich.

»Darf ich schon rühren?«, frage ich, mit ihrer Zunge im Mund, was so natürlich klingt wie: »Haf hif hon hühren?«

Die Line grinst breit, wischt sich demonstrativ über den Mund und sagt dann: »Und ob, mein Lieber, jetzt wird sich gerührt, jetzt wird eingezogen.«

Menschen kommen. Freunde und Verwandte von Line. Einige habe ich schon gesehen, andere nicht. Ich werde vorgestellt, schüttele Hände, höre Namen und vergesse sie auch gleich wieder. Ich bin nicht so gut mit Namen. Mit Gesichtern übrigens auch nicht, Gerüche erinnere ich schon besser, Stimmen vergesse ich nie. Stimmen haben Farben für mich. Lines zum Beispiel ist orange mit dunkelblauen Tupfern. Wird sie wütend, wird das Blau mehr. Ich mag Orange. »Uuuuh«, eine gelbe Stimme hinter mir, schmuddeliges Gelb, klingt wie eine schlecht angerührte Farbe.

»Der ist ja voll!« Die Stimme gehört zu einem ältlichen Dämchen, welches tatsächlich mit weißer Bluse und goldenen Ketten um den nicht zu knappen Hals zum Helfen erschienen ist. Sie hat die Heckklappe des LKW geöffnet und verzieht angewidert ihr Gesicht, während sie auf das Tohuwabohu im Laderaum schaut. Eine Spur Verzweiflung ist ebenfalls in ihrem Blick, so als hätte sie eben erst bemerkt, dass doch kein Kaffeekränzchen stattfindet und außerdem der Mohnkuchen alle ist.

»Tante Gitta«, flüstert mir Line zu.

»Weiß ich«, behaupte ich.

»Sischer doch«, entgegnet Line im allerfeinsten Kölner Dialekt und stellt sich zur Tante. Die hat ihr Gesicht wiedergefunden und klatscht in die Hände.

»So, auf geht’s.« Sie dreht sich zu mir. »Jan, du bleibst beim LKW. Ihr anderen …«, ihre Hände formen einen Trichter. »Hey!« schreit sie, »eine Kette machen, los jetzt!«

Sofort setzen sich alle in Bewegung, auch meine Beine marschieren wie automatisch los. »Du holst raus und sagst dem Nächsten, wohin es soll, der sagt es weiter in der Kette und so weiter und so weiter. Alles klar?«

»Klar. Alles. Weiter.«

Ihr Tonfall erlaubt keinen Widerspruch, etwas zu entgegnen auch nicht. Aber es funktioniert fabelhaft. Ich reiche Karton um Karton, immer mit einem knappen »Bad«, »Schlafzimmer«, »Keller« und so weiter, welches dann mit dem zu transportierenden Etwas weitergegeben wird. Ein Kinderlied kommt mir in den Sinn. »Kistlein, Kistlein du musst wandern, von dem einen zu dem andern.«

Während die Kisten also wandern, beaufsichtigt die Tante. Sie geht auf und ab wie ein Deichgraf, der sein Dorf motiviert, den Deich doch fix höher zu bauen. Schneller, die Flut kommt. Sie treibt an, meckert hier, lobt da. Der LKW leert sich mit beeindruckender Geschwindigkeit. Dann steht sie bei mir, beobachtet, wie ich mit abenteuerlich rotem Kopf einen Karton nach vorn zur Laderampe zerre.

»Von Berlin nach Wolfsburg, soso«, sagt sie und stemmt die Hände in die Hüften. Dann nickt sie mir zu und ergänzt noch, während sie sich wegdreht: »Ist aber schön grün hier.«

Nicht viel später ist aus dem Kram im LKW Kram im Haus geworden. Lines Papa hat sogar einen widerspenstigen alten Schrank zersägt, welcher ums Verrecken nicht die Treppe hochwollte. Oben hat er ihn dann wieder zusammengeflickt, ohne erkennbare Nähte. »Zusammenfügen und für die Ritzen farbiger Holzleim«, hatte er erklärt.

»Hä«, hatte ich gemacht.

»Na, man mischt den Staub vom Sägen mit Leim, schmiert ihn in die Fugen und sieht nichts.«

»Ach so.« Ich mag Leute, die etwas können.

Dann essen wir Pizza. Leute, die essen, mag ich auch, die haben mich schon immer fasziniert. Wenig verrät so Unmittelbares über den Charakter, wie bei Essenden darauf zu achten, wie gekaut, geschluckt und wie dabei gekuckt wird. Da gibt es die Futterneidischen. Sie wissen genauestens Bescheid darüber, wer wovon wie viel genommen hat. Sie kauen schnell, sie kauen mit Angst, und noch schneller und ängstlicher sind ihre Blicke; die innere Registrierkasse rattert in einer Tour. Ich unterscheide Futterneidische in solche, die dabei bescheiden tun und das letzte Stück weggeben, und in die unbescheidenen, von denen hört man eher Sätze wie: »Meins! Du hattest schon drei und ich erst zwei!« Die bescheidenen Futterneidischen ärgern sich hinterher übrigens über jedes Stück, das sie anderen überlassen haben, und wissen das auch noch Jahre später. »Neulich, ’72, haste auch die halbe Torte gegessen!«, ist ein typischer Satz. Jahreszahl und Essen sind übrigens variabel. Futterneidische sind die Ewig-zu-kurz-Gekommenen, mit Hunger hat das nichts zu tun.

»Ich war ’72 noch gar nicht auf der Welt«, sagt Line neben mir, »und Torte mag ich auch nicht.«

Mist, ich hab schon wieder laut gedacht. Ich mache eine unbestimmte Geste, und Line verdreht die Augen: »Du musst auch mal leise denken, armes Wurm, so krank innen Kopp. Aber wir kriegen dich schon wieder gesund.« Dann beißt sie in ihre Pizza und redet nach links.

Tante Gitta thront schräg gegenüber auf einem Kistenstapel. Sie gehört zu den Nagern. Bei den Nagern wird jedes Zipfelchen aufs Neue geprüft und erst dann daran herumgeknabbert. Könnte ja in den vergangenen Momenten schlecht geworden sein. Tante Gittas Knie sind fest zusammengepresst, so fest, dass darauf die ein oder andere Architektur errichtet werden könnte. Im Moment sind die Knie aber statisch unterfordert, es liegt nur eine Serviette drauf. Nager werfen auch immer Blicke nach rechts und links, ohne den Kopf zu bewegen. Außerdem halten sich Nager oft für was Besseres, bei Tante Gitta weiß ich das aber noch nicht.

Ihr Mann jedenfalls, Onkel Heinz, bekommt immer mal wieder einen spitzen Blick ab und geht dann auch sofort in Deckung. Jeder Blick heißt nämlich: »Iss nicht so!« Denn Onkel Heinz gehört zu den Gierigen. Gierige wie er öffnen den Mund ganz weit und lange, bevor sie in die Nähe des Essens kommen. Dann beißt er zu, kleinere Landstriche Pizza verschwinden, und er kaut angestrengt. Er sieht ein bisschen aus wie ein Greifbagger. Mit Pizza. Viele Gierige leben übrigens nach der Formel: Dinge, die man schnell isst, machen auch nicht dick. Waren ja nur zwei Happse. Gierige sind Meister der Selbsttäuschung.

Mäkler sehe ich nicht. Mäkler sind auch ganz was Tolles. Mäkler zerlegen das Essen in Teile, die man essen kann, in Teile, die man nicht essen kann, und in Teile, die man manchmal essen kann, zum Beispiel an ungeraden Werktagen, am 28. eines Monats, im Frühsommer oder nur wenn alles zusammenkommt. Mäkler sortieren ihr Essen und sind oft Pedanten.

Zu den Schlingern muss man nicht viel sagen, Schlinger essen, wie sie heißen. Da wird kein Heckmeck gemacht, immer rein, kauen nur im Notfall. Schlinger haben was Direktes, immer den geraden Weg aufs Ziel, nicht viel nachdenken. Schlinger reden auch während der Mahlzeiten gerne übers Essen. Was sie schon mal und was sie noch und was sie nie essen würden. Hier gibt’s viele Schlinger. Genießer wiederum sind das genaue Gegenteil. Jeder Bissen wird zelebriert. Genießer bekommen auch, im Gegensatz zu den Schlingern, immer mit, was sie gerade zu sich nehmen, obwohl sie sich oft nicht entscheiden können, ob sie »Hm!« machen oder abbeißen sollen. Genießer sind wankelmütig, dafür aber selten dick.

Trödler haben was Gemütliches bis Nervendes. Gemütlich, weil sie sich viel Zeit lassen, nervend, weil sie sich viel Zeit lassen. Trödler bekommen es fertig, ihr Essen zu vergessen, manchmal beißen sie erst nächsten Dienstag wieder ab. Alles Zielstrebige ist einem Trödler fremd, und warme Mahlzeiten kennt er nur vom Hörensagen.

Schmatzer gibt’s in dieser Runde Gott sei Dank keinen. Die sind einfach nur ekelig und klingen, selbst wenn sie Toast essen, danach, als würden sie Wassersuppe schlürfen. Schmatzer sind Schmatzer sind Schmatzer, aber oft nett zu Tieren. Ekeliger als reine Schmatzer finde ich nur futterneidische, aber bescheiden tuende Schmatzer. Die sind so widerlich wie Verkäuferinnen, die fragen, ob ich Punkte sammele, Winteranfang, Schunkeln und die FDP – zusammen, versteht sich.

Ich gehöre zu den Futterneidischen, bin aber nicht nachtragend, Line gehört zu den normalen Essern. Sie tut alles so, wie sie es tut, und immer richtig.

Jetzt beugt sie sich wieder zu mir. »Haste gehört?«, flüstert sie.

»Wassen?«, frage ich brav zurück und falte innerlich die Hände. Es kann nur Unsinn kommen.

»In Pennsylvania, ja? Da darfst du nicht im Kühlschrank schlafen. Ist gesetzlich verboten.«

»Lernt ihr das hier in der Schule?«

»Du würdest dich wundern!«

»Und in Wolfsburg darf man?«

»Was?«

»Im Kühlschrank schlafen?«

»Man muss«, sagt die Line bestimmt. »Ach übrigens, wie findste die Leute hier?«

»Indem ich den Kopf drehe und die Augen aufmache?«

»Seppel! Nee, sag mal, findste wen interessant?«

»Die Blonde da«, sage ich und schwenke den Kopf leicht ins Zimmer.

»Welche?«

»Na, die mit den großen Möpsen.«

»Das ist meine Mutter!«

»Oh! Tut mir leid!«

»Das war ein Witz.«

»Schade. Au! Wieso trittst du mich?!«

»Das weißt du ganz genau!«

Die Leute haben gegessen und gehen. Wir bedanken uns, schütteln Hände und versprechen eine Einweihungsfeier. Dann sind wir allein.

»Bett aufbauen oder auf der Matratze?«, frage ich.

»Ich Matratze, du Kühlschrank«, bestimmt die Line.

»Will nicht in den Kühlschrank!«, maule ich.

Es klingelt.

»Och menno«, maule ich gleich weiter, »wer ist das denn schon wieder. Hat man denn hier nie seine Ruhe?«

Die Line betrachtet fasziniert einen Fleck an der Decke und ignoriert mich und das Klingeln. Also öffne ich. Tante Gitta steht vor der Tür. Sie reicht mir zwei große Plastiktüten.

»Hier«, sagt sie dabei. Und noch »Tschüss«, dann ist sie weg. Ich schaue ihr verwundert nach und dann in die Tüten. Käse, Brot, Butter, Milch, Kekse, Bier. Und Kondome.

»Schatz«, rufe ich ins Wohnzimmer, »Kühlschrank is nich, und vor die Tür müssen wir die nächsten Tage auch nicht.«