1

Ibón de Anayet, 2225 m

Gehzeit 4.00 h

7

Ein Torfsee in großartiger Bergumgebung

Der Anstieg durch das Tal des Barranco de Culibillas führt durch eine reizende Bachlandschaft auf ein weitläufiges, von weichen Grashügeln durchzogenes Hochplateau mit dem Ibón de Anayet. Es wird im Westen und Süden von einem Bergzug mittlerer Höhe eingerahmt, in dem der steilwandig aufgeworfene Pico de Anayet hervorsticht, der mit dem im Hintergrund thronenden Pic du Midi d’Ossau auf französischer Seite wetteifert. Beide Berge sind übrigens vulkanischen Ursprungs.

Talort: Sallent de Gállego, 1305 m. Ausgangspunkt: Corral de las Mulas, 1625 m, an der Straße zum Col du Portalet. 2 km hinter der Abfahrt nach Formigal ist links die Zufahrt zu den Liftanlagen »Anayet« ausgeschildert. Außerhalb der Skisaison ist die Straße meist gesperrt, sodass bei den Gebäuden neben der Straße geparkt werden muss. Höhenunterschied: 640 m. Anforderungen: Bequeme Steigungen mit kurzem Endanstieg zum Seenplateau. Markierung: GR-11 (rot-weiß). Einkehr: Sallent de Gállego. Variante: Vértice de Anayet, 2555 m. Großartiger Aussichtspunkt. Auf dem Weg am Südufer des Sees auf den westlich gelegenen Cuello de Anayet mit einem großen Felsblock zu. In steilen Windungen steigt der Pfad direkt zu dem grasigen Pass (2414 m) hoch. Dort wendet man sich nach Süden und folgt den Pfadspuren entlang des Kamms hinauf zum Vértice de Anayet. Ab/bis Ibón de Anayet ca. 2½ Std.

Vom Corral de las Mulas (1) laufen wir etwa 3 km auf der geteerten Piste zur Liftstation »Anayet«. Hinter den Liftanlagen geht eine Piste weiter, wir folgen ihr bis zur ersten Linkskurve mit einer großen Steinmarkierung, nehmen hier den rechts abgehenden Weg (2) und kommen nach wenigen Minuten zu einem Wegweiser »Ibones de Anayet«. Unser Weg begleitet den Bach entlang der Uferhänge, schwenkt dann nach Westen und führt in das breite Tal des Barranco de Culibillas. Nach gemächlichem Anstieg folgt eine kleine Ebene, danach wird das Tal wieder steiler und wir wechseln ans rechte Ufer des Bachs, an dem unser Weg auf einen auffälligen Hügel mit zackigem Felskamm zuhält, den wir rechts umgehen. In einer erneuten Talabflachung wechseln wir wieder zur anderen Bachseite. Im Vorblick ist bereits deutlich die breite Hangschwelle zu sehen, hinter der sich die Hochebene mit den Seen ausbreitet. Gemütlich ansteigend führt uns der Weg durch große rötliche Felsbrocken, dann beginnt nach dem abermaligen Überschreiten des Bachs ein kräftiger Steigungsabschnitt in mehr oder weniger langen Windungen hinauf zu der weiten, hügelig geformten Hochfläche, die von einer lang gezogenen Felsmauer mit dem markant aufgeworfenen Pico de Anayet im Norden begrenzt wird. Unser Weg hält auf den Pico zu und erreicht den seichten Ibón de Anayet (3; 2225 m), der sich ufernah leicht umrunden lässt.

Ibón de Anayet
Am Ziel: der Ibón de Anayet mit dem Pic du Midi d’Ossau im Hintergrund.

2

Collado de la Foratata, 2209 m

Gehzeit 4.45 h

8

Zum Wahrzeichen von Sallent de Gállego

Wie uneinnehmbare Wachtürme thronen die Zwillingsgipfel der Peña Foratata hoch über der Niederung von Sallent de Gállego. Ein landschaftlich überaus reizvoller Wanderweg führt vom Skiort Formigal zu dem engen Sattel zwischen den Felsspitzen, auf dem man wie aus einem Adlerhorst den Blick über das Valle de Tena und das Grenzgebirge schweifen lässt. Wer es sich zutraut, kann mit Klettergeschick (I–II) noch die westliche Spitze der Foratata erobern, leichter als der Aufstieg zum etwas höheren Ostnachbarn.

Ausgangspunkt: Formigal, Parkplatz beim Holzschild nahe dem großen Hotelkomplex am Rand des obersten Ortsteils, 1610 m. Auf der Hauptstraße durch Formigal hinauf zu einem großen Steinkreuz, hier links in die Calle Juan de Lanuza bis zum Parkplatz. Höhenunterschied: 680 m. Anforderungen: Kräftig steigende Wegabschnitte; teils Geröllgelände, das Trittsicherheit verlangt. Markierung: PR-90 (gelb-weiß); Steinmännchen. Einkehr: Formigal; Sallent de Gállego.

Bei dem Holzschild am oberen Ortsrand von Formigal (1) folgen wir der Piste zu einem Viehgatter, dahinter geht es weiter auf Grasspuren und sogleich auf einem Erdpfad. Er führt steil den Hang hinauf, erreicht weiter oben einen Grasabsatz, umgeht links eine Anhöhe und hält mit einem Schwenk auf die langen Wände der Peña Foratata zu, die Orgelpfeifen gleichen. Durch Blumenwiesen steigen wir hinauf zum Cuello dero Foratón (2; 2036 m). Auf dem Sattel teilt sich der Weg: Wir nehmen den rechts abbiegenden Pfad und wechseln ansteigend zur Rückseite der Steilwände, wo sich der Weg unterhalb der Kammlinie durch Geröllterrain hinzieht, mehrfach mit Gelegenheit zum kurzen Anstieg auf die auskragenden Felsspitzchen. Auf klarem Weg, zwischendurch gering ausgesetzt, halten wir auf die Rücken der beiden Hauptgipfel zu und gelangen nach einer kurzen Kraxelei zu der engen Scharte des Collado de la Foratata (3; 2209 m), die den Blick nach Süden freigibt.

Sanfte Wiesenhänge kontrastieren mit schroffem Fels.
Rast am Fuß der »Orgelpfeifen«.

3

Punta Cochata, 1911 m, und Embalse de Escarra

Gehzeit 5.45 h

.

Spannende Rundtour durch abwechslungsreiche Landschaften

Diese Rundtour vermittelt eine immense Fülle unterschiedlichster Eindrücke. Sie beginnt mit der Wanderung zur großen Kaskade am tief eingeschnittenen Schluchtausgang der Garganta del Río Escarra, setzt sich mit dem sachten Anstieg zum Collado de la Cochata fort, hinter dem sich die grünen Weidehügel vor der großartigen Bergkulisse der Sierra de la Partacua ausbreiten, macht Zwischenstation auf der Punta Cochata, deren steiler Anstieg mit einem herausragenden Rundumpanorama belohnt wird, und führt schließlich auf dem hoch im Schluchtfels angelegten Camino de los Forzados durch wunderschöne Wälder zurück ins Tal.

Talort: Escarrilla, 1185 m. Ausgangspunkt: Alte Straße unmittelbar vor dem Tunnel von Escarilla, 1210 m. Von Escarrilla in Richtung Sallent de Gállego, direkt vor dem Tunneleingang geht rechts die alte Umgehungsstraße (nur für Fußgänger und Radfahrer zugelassen) ab, hier parken. Falls kein Platz vorhanden ist, kann man auf der anderen Seite der Straße auf einer größeren Ausbuchtung parken. Höhenunterschied: 860 m. Anforderungen: Anstrengende, lange Wanderung überwiegend auf gelb-weiß markierten PR-Wegen; der Weg zum Collado de la Cochata ist spärlich rot-weiß markiert, aber ohne Orientierungsprobleme. Der Anstieg zur Punta Cochata ist sehr steil und erfordert Trittsicherheit, kleine Kletterstellen (I). Weitgehend schattenlos. Markierung: PR-91 (gelb-weiß). Einkehr: In Escarrilla. Hinweis: Die Rundtour ist auch dann sehr lohnend, wenn man den Abstecher zum Salto del Río Escarra und/oder den Aufstieg zur Punta Cochata ausspart. Kombinationsmöglichkeit: Mit Tour 4.

Vom Parkplatz (1) gehen wir auf der Brücke über den Río Escarra ein paar Meter zurück zur Piste, die rechts von der Straße abzweigt. Ein Wegweiser »El Saldo« zeigt unser erstes Tourenziel an. Nach wenigen Schritten teilt sich die Piste, wir gehen links ansteigend weiter und nehmen den sogleich wieder links abgehenden Wanderweg auf. Er trifft bald auf eine Piste, setzt sich auf der anderen Seite fort und gabelt sich nach ein paar Schritten. Wir halten uns rechts, alsbald quert unser Weg hintereinander zwei Bäche, steigt weiter zügig an und verlässt allmählich den dichten Mischwald. Zumeist eingefasst von hohen Buchsbaumreihen verläuft er durch Weidehänge bis zu einer Piste, hier rechts bis zu einer Viehabzäunung (wieder schließen!), 1500 m, hinter der die Piste in einen alten, sich leicht absenkenden Fahrweg übergeht. Nach wenigen Minuten verlassen wir ihn nach links (markierter Holzpfosten) und queren durch die Weiden. Während sich nach Westen zu die markante Silhouette der Punta Cochata abhebt, laufen wir auf die fantastischen Felsformationen der Escarra-Schlucht zu. Unser Weg führt durch felsiges Gelände mit meterhohen Buchsbäumen, kurz vor dem Schluchtausgang ist er dann befestigt und läuft hinab zu dem runden Fallbecken am Fuß des Salto del Río Escarra (2; 1440 m). Bei moderatem Wasserstand lässt sich leicht über Felsblöcke an die andere Seite des Baches wechseln, um den engen und gewundenen Felsschlitz frontal einzusehen. Zur Fortsetzung unserer Rundtour gehen wir zunächst den Weg bis zur Viehabsperrung zurück, kurz davor nehmen wir den von der Piste rechts abzweigenden alten Fahrweg (im Folgenden rot-weiß). Durch Weidehänge steigen wir in Richtung Punta Cochata an, nach 20 Min. wird ein Bach gequert, danach wird der Fahrweg schmaler. Sobald er sich abzusenken beginnt, verlassen wir ihn nach links auf einem ansteigenden Graspfad (Steinmännchen), der durch die Weidehänge auf den lang gezogenen Sattel im Süden der schroffen Punta Cochata zuhält. Rechts unseres Wegs dehnt sich ein Meer an riesigen Gesteinsbrocken aus, unter dem laut Legende ein Dorf begraben liegen soll. Auf dem flachen und breiten Collado de la Cochata (3; 1755 m) angelangt, laufen wir hinüber zum Sattelabschwung im Westen, steigen dort aber nicht ab, sondern flankieren die Hangausläufer der Punta Cochata noch ein wenig nach Nordwesten, bis wir unterhalb der breiten Schneise im Felsgürtel stehen. Auf sie zuhaltend, steigen wir den Steilhang bis zur Felsbasis an, wo uns eine kleine Kletterei mit guten Tritten und Griffen erwartet. Danach leiten vereinzelte Steinmarkierungen durch grasiges und felsiges Steilgelände (zuerst mehr rechts, weiter oben wieder etwas nach links haltend) schnell zur Punta Cochata (4; 1911 m), auf deren schmalem, lang gestrecktem Rücken wir einen fantastischen Ausblick genießen. Zurück am Ausgangspunkt des Anstiegs folgen wir dem Weg durch den Westabhang der Punta Cochata, der alsbald in Richtung Stausee abbiegt, zum Ufer absteigt und dann rechts zu einer Hausruine führt. Dahinter laufen wir auf der Staumauer zur anderen Seite des Sees, dort weiter auf dem leicht ansteigenden Weg durch den Talhang oberhalb des Río Escarra. Bei einer Wegverzweigung bleiben wir rechts und erreichen eine Wegkreuzung mit Richtungsschildern, bei der wir den Weg nach »Escarilla« einschlagen (auf dem zum »Collado de Pazino« angezeigten Weg ließe sich unsere Tour mit der Tour Nr. 4 kombinieren). Er ist nun wieder gelb-weiß gekennzeichnet und zieht sich zunächst leicht absteigend durch die mit Buchsbäumen, Stechginster und Sträuchern bedeckten Hänge auf den Schluchteinschnitt zu. Bei einer neuen Weggabelung, wir sind bereits ein Stück durch Wald gelaufen, beginnt der Camino de los Forzados (5; »Weg der Zwangsarbeiter«; 1670 m), den die politischen Gefangenen unter Franco anlegen mussten, um darauf das Material zum Bau des Staudamms heraufzuschaffen. Geradeaus geht es nach »Sallent«, wir folgen dem absteigenden Camino rechts, der alsbald in eng gezogene Serpentinen übergeht, die in den Fels geschlagen sind. Dem steilen Abstieg in der hoch ragenden Schluchtwand, deren Farben und Formen immer wieder den Blick anziehen, folgen längere Hangkehren, die sich durch einen schönen Mischwald ziehen. Dann mündet unser Weg in einen alten Fahrweg, wir treffen auf eine Piste, folgen ihr nach rechts und kommen zur alten Umgehungsstraße, dort rechts und nach 100 m sind wir am Ausgangspunkt (1).

Salto del Río Escarra
»El Saldo«: der beeindruckende Ausgang des Barranco de Escarrilla.
Punta Cochata
Ein scheinbar unzugänglicher Felsklotz: Punta Cochata.

4

Punta del Pacino, 1965 m

Gehzeit 3.30 h

7

Unscheinbarer »Gipfel« mit prächtigem Weitblick

Auf den ersten Blick scheint die Punta del Pacino alles andere als ein attraktives Ziel zu sein. Doch die strategische Lage macht den unauffälligen »Gipfel« zu einem unaufwendig erreichbaren, erstklassigen Aussichtspunkt, von dem aus die bedeutenden Gebirgszüge des Valle de Tena zu überschauen sind. Hinterher bietet sich der Besuch des hübschen Sallent de Gállego an.

Talort: Sallent de Gállego, 1325 m. Ausgangspunkt: Straße von Sallent de Gállego nach Formigal (A-136), ca. 200 m hinter der Abfahrt nach Sallent bei einer grünen Rohrleitung links abzweigende Piste, 1380 m. PR-Wegweiser »Collado del Pacino«. Höhenunterschied: 590 m. Anforderungen: Leichte Wanderung. Markierung: PR-91 (gelb-weiß); Steinmännchen. Einkehr: Sallent de Gállego. Kombinationsmöglichkeit: Mit Tour 3, Punta Cochata.

Wir folgen von der A-136 (1) aus zunächst der leicht ansteigenden Forstpiste gut 1 km, bei zwei Gabelungen halten wir uns jeweils links, dann geht die Piste in alte Fahrspuren über, die uns in einen Buchenwald führen. Hier erwartet uns ein breiter Weg, der in bequemen Schleifen ansteigt, ein Viehgatter passiert (bitte schließen!) und den Wald wieder verlässt. Wir laufen nun auf Grasmatten vorbei an einem links liegenden Wasserturm, zu dem sich ein kurzer Abstecher anbietet: Von hier aus genießt man einen freien Blick auf namhafte Gipfel des nördlichen Valle de Tena: Peña Foratata, Picos de Musales, Garmo Negro, Infierno, Argualas. Zurück auf unserem Weg steigen wir in weit ausholenden Kehren den Hang weiter an, kommen erneut durch einen kleinen Buchenwald und erreichen nach mehreren Kehren im offenen Hang den Collado del Pacino (2; 1830 m). Geradeaus führt der PR hinab zum Embalse de Escarra (siehe Tour 3); wir nehmen den links nach Osten abgehenden Pfad, auf dem alsbald der Gipfelanstieg beginnt. In den erodierten Abhängen verliert sich unser Pfad hin und wieder, die zahlreichen Steinmarkierungen führen aber immer wieder auf den richtigen »Weg« zurück. Ohne jede Schwierigkeit erreichen wir die Punta del Pacino (3; 1965 m) mit der Vermessungssäule.

Collado del Pacino
Barranco de Escarrilla.
Punta del Pacino
Blick auf die Sierra Partacua mit dem Embalse de Escarra.

5

Ibones de Arriel, 2230 m

Gehzeit 5.45 h

.

Klare Bergseen in majestätischer Umgebung

Ganz zu Recht zählen die Ibones de Arriel zu den schönsten Seenlandschaften der Pyrenäen. Die auf verschiedenen Ebenen liegenden vier Seen werden rundum von prächtig geformten Granitbergen und steilen Gipfelbauten eingeschlossen, unter denen der Pico Palas zweifelsohne die herausragende Stellung einnimmt. Am Ibón de Arriel Alto, dem größten und schönsten der Seen, hat man den wahrhaft majestätischen Berg direkt vor sich.

Talort: Sallent de Gállego, 1325 m. Ausgangspunkt: Parkplatz am Ende des Embalse de La Sarra, 1445 m. Von Sallent de Gállego führt eine Straße zum Stausee (Beschilderung »La Sarra«), dort vorbei am E-Werk bis zum Parkplatz. Höhenunterschied: 840 m. Anforderungen: Bis zum Plano Cheto unbeschwerlich, danach steiler Hanganstieg in einer mühseligen Geröllbahn. Der Weg zwischen den Seen ist wieder gemütlich. Bis zum Plano Cheto schattig, dann offenes Gelände. Markierung: GR-11 (rot-weiß); Steinmännchen. Einkehr: Embalse de La Sarra (nur im Sommer); Sallent de Gállego. Kombinationsmöglichkeit: Mit Tour 6.

Am Ende des Embalse de La Sarra (1) überqueren wir den Río Aguas Limpias, gleich nach der Brücke beginnt der breite Wanderweg (Wegtafel »Refugio de Respomuso«), der in leichtem Auf und Ab durch die ehemals kultivierte Flussniederung verläuft. Vor einem von links abfallenden Sturzbach nimmt die Steigung zu, diesen wie den gleich darauf folgenden Bach queren wir auf Betonbrückchen, danach flacht der Weg wieder ab und tritt in einen hübschen Buchenwald ein. Wir laufen nun nahe der tiefen Schlucht, die hin und wieder den Blick auf schöne Kaskaden erlaubt. Auf dem gemütlich ansteigenden Weg, der nur wenige Male kurzfristig etwas kräftiger anzieht, gelangen wir zum Zusammenfluss des Barranco de Soba mit dem Río Aguas Limpias, der an dieser Stelle eine herrliche Kaskadenfolge am Ausgang der engen Schlucht (Paso del Onso) zeigt. Wir überqueren den von links zulaufenden Barranco de Soba auf der Betonbrücke, den bald danach links abzweigenden Pfad (er führt zum Collado de la Soba) lassen wir unbeachtet. Stattdessen laufen wir weiter am Schluchtrand, dann nähert sich unser Weg dem flach gewordenen Fluss, das Tal weitet sich aus und wir betreten die lauschige Talebene des Plano Cheto mit kleinen Wiesen und lockerem Buchenwald. Weiter vorne ist die große Kaskade des Barranco de Arriel zu sehen, unser Weg hält auf den Sturzbach zu, den wir über Felsblöcke queren (bitte Vorsicht bei hohem Wasser!), dann beginnt der Wanderweg kräftig anzusteigen. Bei der folgenden Weggabelung (2; 1707 m) verlassen wir den GR nach links, geradeaus ginge es weiter zum Refugio de Respomuso (siehe Tour 6), und steigen nun den Steilhang hinauf. Nach Überwindung der ersten Steigungsetappe flacht der Weg merklich ab, nähert sich dem Barranco de Arriel, verläuft ein wenig am rechten Ufer, um dann bei einer Steinmarkierung an die andere Seite zu wechseln. Hier beginnt der mühsame Anstieg in dem gerölligen Abhang, mit dem wir den großen Felssturz des Wasserfalls umgehen. Nachdem die etwa 150 Höhenmeter überwunden sind, schwenkt der Weg langsam nach Osten und geht in eine leichter ansteigende Hangquerung über, die zum Barranco de Arriel führt. Wir begleiten den Schluchteinschnitt durch den linken Geröllhang und erreichen einen kleinen gestauten Vorsee. An seinem Ende sehen wir einen rechts im Hang zurücklaufenden befestigten Weg, der annähernd auf gleicher Höhe hinüber zum Refugio de Respomuso führt (gute Kombinationsmöglichkeit mit Tour 6). Unser Weg läuft durch den Felskorridor am linken Bachufer, dahinter liegt der Ibón de Arriel Bajo (3; 2180 m), an dem wir nun rechtsufrig entlangwandern. Am Ende des Sees überqueren wir den Bach erneut und halten auf die Felserhebung zu, auf der die Staumauer des höher gelegenen Sees auszumachen ist. Eine durch Steinmännchen markierte Abzweigung links führt hinauf zur Staumauer und weiter zum linken Ufer des Sees, wir bleiben aber vorerst auf dem breiten befestigten Weg geradeaus, laufen am Fuß des Felsaufschwungs und dann nach einer scharfen Wende des Wegs auf eine Überlaufwand zu. Kurz davor zweigt rechts ein ziemlich schwach ausgeprägter Graspfad ab (auf Steinmarkierung achten), der den Granitbuckel ansteigt. Oben angelangt, stehen wir ein paar Meter über dem wunderschön gelegenen Ibón de Arriel Alto (4; 2230 m) und können uns in dem leicht hügeligen Gelände wohlverdient den schönsten Aussichtsplatz suchen.

Ibón de Arriel Bajo
Ibón de Arriel Bajo
Ibón de Arriel Alto
Die majästetische Umgebung der Ibones de Arriel.
Ibón de Arriel Alto
Ibón de Arriel Alto und Pico Palas. Von hier gelangt man über den gleichnamigen Pass zum französischen Refuge d’Arrémoulit.

6

Refugio de Respomuso (Circo de Piedrafita), 2200 m

Gehzeit 5.30 h

C

Durch das Tal des Río Aguas Limpias zu einem mächtigen Bergrund

Das Balaitús-Massiv im Norden und die Gipfelreihe um die Gran Facha im Osten sind die prägenden Elemente des Circo de Piedrafita, der von einem großen Gletscher gebildet wurde. Heutzutage werden die zahlreichen Wasserläufe im Embalse de Respomuso aufgestaut, an dessen Ufer die gleichnamige Hütte liegt. Sie ist zentraler Anlaufpunkt für klassische Gebirgsrouten und Mehrtagestouren, weshalb das Refugio im Sommer entsprechend gut frequentiert ist.

Talort: Sallent de Gállego, 1325 m. Ausgangspunkt: Parkplatz am Ende des Embalse de La Sarra, 1445 m. Von Sallent de Gállego führt eine Straße zum Stausee (Beschilderung »La Sarra«), dort vorbei am E-Werk bis zum Parkplatz. Höhenunterschied: 790 m. Anforderungen: Insgesamt anstrengende Wanderung. Markierung: GR-11 (rot-weiß). Einkehr und Unterkunft: Embalse de La Sarra (nur im Sommer); Refugio de Respomuso, Tel. 974 337 556. Kombinationsmöglichkeit: Mit Tour 5.

Der erste Teil der Wanderung ist identisch mit Tour 5. Nach dem Plano Cheto bleiben wir an der beschilderten Weggabelung (2; 1707 m) zu den Ibones de Arriel geradeaus (links: Ibones de Arriel siehe Tour 5) auf dem rot-weiß markierten GR-Weg am linken Ufer des Río Aguas Limpias. Die starke Steigung, zwischendurch immer wieder durch kleine Absätze forciert, hält kontinuierlich an und lässt erst nach, sobald wir auf Höhe des Embalse de Respomuso sind. Kurz vor der Staumauer biegt der Weg nach links ab (großes Steinmännchen als Markierung), lässt dann die am Ende der Staumauer thronende Ermita de la Virgen de las Nieves (3; 2100 m) rechts liegen, passiert einen Wegweiser »Respomuso« und geht alsbald in Hangkehren über, die uns auf die Höhe der Wanderhütte bringen, die weiter vorne auf einem Hangplateau über dem See liegt. (Unterwegs stößt von links ein Weg zu, der vom Ibón de Arriel Bajo herüberkommt, Kombinationsmöglichkeit siehe Tour 5). Dann hält unser Weg durch die Abhänge gleiches Niveau bis zu einer Weggabelung, an der es rechts zum Refugio de Respomuso (4; 2200 m) abgeht.

Refugio de Respomuso
Der Circo de Piedrafita, links liegt das Refugio de Respomuso.

7

Ibones Azules, 2410 m

Gehzeit 5.30 h

87

Zu den »Blauen Seen« am Fuß der Picos de l’Infierno

Die Bergregionen des Valle de Tena sind voll von kleinen und größeren Seen, fast alle Überbleibsel der letzten Eiszeit. Eine beträchtliche Zahl liegt in den Gebirgssenken oberhalb von Balneario de Panticosa, darunter auch die bekannten und häufig besuchten Ibones Azules, die vom Gipfeltrio der Picos de l’Infierno, allesamt knapp über der Dreitausendergrenze, überragt werden. Zu den Seen führt ein gut ausgebauter Maultierweg, der für den Staudammbau am Ibón Alto de Bachimaña angelegt wurde. Auf ihm erschließt sich das bezaubernde Tal des Río Caldarés.

Ausgangspunkt: Hauptplatz in Baños de Panticosa, 1645 m. Im Sommer obligatorischer Parkplatz vor dem Ort. Höhenunterschied: 840 m. Anforderungen: Leichte Wanderung mit kräftiger steigenden Abschnitten. Markierung: GR-11 (rot-weiß). Einkehr und Unkterkunft: Balneario de Panticosa, Refugio de Bachimaña. Kombinationsmöglichkeit: Mit Tour 8.

An der Plaza Mayor von Baños de Panticosa (1) halten wir uns auf der Ortsstraße links, dann rechts zum Refugio Casa de Piedra am Ortsausgang. Hier geht der beschilderte GR-11 ab. Die Straße endet beim E-Werk, in der Kurve davor geht der Wanderweg zu den »Ibones Azules« ab. Er steigt sofort rasch zum Mirador de la Reina (1738 m), danach läuft unser Weg durch Granitblöcke und nähert sich dem Barranco de Caldarés, in dem unterwegs immer wieder die hübschen Kaskaden und Wasserbecken zu sehen sind. Ein kurzer Anstieg durch einen Felskorridor führt vorübergehend vom Bach weg, danach nähern wir uns wieder dem Bach und kommen zu einem kleinen Aussichtsplatz mit Blick auf einen schönen Wasserfall. Unser Weg macht nun einen Bogen und flacht deutlich ab, während der Bach zahmer über Stufen und Vorsprünge dahinläuft. Vor uns liegt das breiter gewordene Tal mit der Prado de Bozuelo (2; 1846 m). Bei einer Wegverzweigung bleiben wir weiter auf dem Weg am linken Ufer des Río Caldarés, wandern durch eine reizvolle Bachlandschaft und halten dann auf den abrupten Talschluss zu, über dem die Ibones de Bachimaña liegen. Unser Weg weicht der steilen Talwand, der sogenannten Cuesta del Fraile, aus und biegt nach links in den weniger abschüssigen Westhang, dort windet er sich in zahlreichen Kehren bergauf und quert dann hinüber zu dem kleinen See am Fuß der großen Überlaufmauer. (Über die Staumauer ist das ganzjährig bewirtschaftete Refugio de los Ibones de Bachimaña in kurzer Zeit erreichbar). Ein kurzer Anstieg am linken Ufer bringt uns zum großen Ibón Alto de Bachimaña (3; 2248 m). Der gut befestigte Weg zieht sich nun oberhalb des Sees durch den mit Felsbrocken belegten Uferhang zumeist flach entlang und senkt sich erst am Ende hinunter zum Bach, der in den Stausee läuft. Auf Steinen queren wir den Bachzulauf und kleinere Verzweigungen, gleich danach kommen wir bei einem großen Steinmännchen an eine Weggabelung, an der rechts der Weg zum Puerto de Marcadau (Kombinationsmöglichkeit siehe Tour 8; Richtungsschild »Bramatuero«) abzweigt. Wir bleiben jedoch geradeaus rechts des Bachs, steigen den Hang mit der breit gefächerten Kaskade vor uns an und kommen zum Ibón Azul Bajo (4; 2360 m) am Fuß der Picos de l’Infierno (das Blechbiwak am Seeufer taugt nur als Notquartier). Der Weg setzt sich an der rechten Seite des Sees fort und steigt den Abhang hinauf zum 50 m höher gelegenen Ibón Azul Alto (5; 2410 m).

Río Caldarés
Río Caldarés

8

Puerto de Marcadau, 2545 m, und Pico de la Muga, 2675 m

Gehzeit 7.15 h

8

Erstklassiger Panoramaweg auf den Pass zum französischen Marcadau-Tal

Im Vergleich zu den benachbarten Ibones Azules verlaufen sich nur wenige Wanderer zum Puerto de Marcadau. Dabei hat der abwechslungsreiche Weg eine Menge hervorragender Blickattraktionen zu bieten, darunter die bekannte Gran Facha mit ihren Nachbargipfeln, die Batanes-Berge und das von Gletschern ausgeschliffene Granitbecken mit seinen Seenmulden. Dass die Aussicht vom Grenzpass ins Marcadau-Tal dann eher enttäuschend ausfällt, weil der Pico de la Muga den Blick verstellt, lässt sich leicht wettmachen: Von dem kaum mehr als hundert Meter höheren Gipfel genießt man eine blendende Aussicht!

Ausgangspunkt: Baños de Panticosa, 1645 m. Im Sommer obligatorischer Parkplatz vor dem Ort. Höhenunterschied: Bis Puerto de Marcadau 910 m; bis Pico de la Muga 1040 m. Anforderungen: Lange und insgesamt anstrengende Wanderung. Der Aufstieg vom Puerto zum Pico de la Muga erfolgt auf dem zum französischen Marcadau-Tal steil abfallenden Kamm. Gute Trittsicherheit erforderlich Markierung: GR-11 (rot-weiß). Steinmännchen. Einkehr und Unterkunft: Siehe Tour 7.

Von Baños de Panticosa (1) bis zur Verzweigung des Wegs hinter dem Ibón Alto de Bachimaña (3) folgen wir Tour 7. Dort angelangt, laufen wir nun auf dem mit »Bramatuero« ausgeschilderten Weg weiter. Er beginnt sogleich anzusteigen und überwindet den in den See abfallenden Felshang. Danach senkt sich unser Weg wieder etwas ab und läuft oberhalb des Sees weiter, bei der folgenden Weggabelung bleiben wir links ansteigend (der in die Talsenke ablaufende Weg führt hinüber zu den Granithängen, hinter denen der Embalse de Bramatuero Bajo liegt). Während eines längeren Stücks schneidet unser Weg den Hang, flache Wegstrecken wechseln sich mit kräftiger steigenden ab, dann treffen wir auf eine weitere Wegverzweigung, bei der wir abermals auf dem links ansteigenden Weg bleiben und durch Gelände mit auffällig rot gefärbtem Gestein laufen. Nach einem neuen längeren Anstieg quer durch den Abhang folgen einige kurze Wegschleifen, die uns auf einen kleinen Hangabsatz mit Wiesen und Tümpeln bringen. Wir durchwandern die reizende Landschaft, während nach Südosten ein weiter Blick über die Seen und die sie einrahmenden Bergzüge geboten wird. Nach kurzem Auf und Ab des Wegs nähern wir uns dem aus den Seen des Circo de Pecico abfließenden Barranco de la Canal, überschreiten den Bach und begleiten ihn rechts bis zu dem lang gezogenen kleinen Ibón de Pecico. Die idyllischen Seen vor dem Hintergrund des Gipfelrunds mit der Gran Facha als dominantem Mittelpunkt reizen zu einem kleinen Abstecher. Der Weg beginnt nun mit dem Anstieg zum Pass, dreht rechts von den Seen weg und erreicht nach wenigen, ausgreifenden Serpentinen den Puerto de Marcadau (4; 2545 m). Von hier steigen wir in nordöstlicher Richtung entlang der steilen Abbruchkante hinauf zum Pico de la Muga (5; 2675 m).

Puerto de Marcadau
Kurz vor dem Puerto de Marcadau.

9

Embalse de Brazato, 2370 m

Gehzeit 4.30 h

87

Ein Maultiersteig mit schönsten Ausblicken

Der alte Maultierweg hinauf zum Embalse de Brazato diente ehemals zum Bau des Staudamms und wird heute als beliebter Wanderweg gepflegt. Auch wenn der See selbst von einem eher unspektakulären Bergrund eingerahmt wird – die weitläufigen Ausblicke auf die prächtigen Bergkulissen und der Wechsel der landschaftlichen Umgebung garantieren ein eindrucksvolles Wandererlebnis auf mühelosen Pfaden.

Ausgangspunkt: Baños de Panticosa, 1645 m. Im Sommer obligatorischer Parkplatz vor dem Ort. Höhenunterschied: 740 m. Anforderungen: Leichte und problemlose Tour. Markierung: GR-11 (rot-weiß). Einkehr: Balneario de Panticosa. Variante: Ibones Altos de Brazato (kurzer, aber recht kräftiger Hanganstieg): Am Embalse de Brazato bleibt man auf dem Weg am linken Seeufer. Er läuft zunächst flach, dann ansteigend und biegt vom See ab, um in engen Kurven den steilen Abhang anzusteigen, stets links des Bachs, der aus den Seen abfließt. Steinzeichen markieren den Weg, zum Hangplateau hin flacht der Weg ab und läuft durch Felshügel zum größten der Ibones Altos de Brazato, 2460 m, mit hervorragender Aussicht auf die Picos Garmo Negro, Argualas und Infierno auf der westlichen Seite des Panticosa-Tals und die Sierra Partacua im Hintergrund. Hin- und Rückweg: 1 Std. Puerto de Brazato: Fortsetzung von den Ibones Altos de Brazato auf den Pass zum Ara-Tal mit Blick auf Vignemale-Massiv. Der Weg setzt sich rechts der beiden großen Seen am Fuß des Pico Baciás fort; er zieht sich in mäßiger Steigung durch den Hang hinauf zu dem sanft geschwungenen Puerto de Brazato, 2566 m. Hin- und Rückweg ab Ibones Altos de Brazato: 1 Std.